2017 Juni-August Island

Teil 1 der Reise mit Frau S.

Insel aus Feuer und Eis nennt man Island auch. Island, eine Insel im Nordatlantik, kalt, wild, rauh. Wir wollten es selber wissen und so führte uns im Sommer 2017 eine Reise dorthin.

Wir, das sind Olli – der Reisedefender, Frau S. – Copilot 1,  Sohn M. – Copilot 2 und ich der Fahrer. Frau S. war die ersten 4 Wochen dabei, dann erfolgte ein „fliegender Wechsel“ mit Sohn M.

Wir haben in Island fast alle Gegenden besucht und sind dabei auf der Insel in 7 Wochen 6500 km gefahren.

Die Anreise

Wir fahren am Samstag den 24.6. los, die Fähre geht erst Dienstag früh, so haben wir genügend Zeit. So machen wir Station in Hannover-Münden, an der Flensburger Fjörde und kurz vor Fredrickshafen.

Das Boarding am Dienstag Früh ist problemlos und so befinden wir uns bald an Deck und geniesen das Wetter, das dann im Laufe der 2 Tage immer kühler wird.

 

Der grüne Nordosten

Die Fähre aus Fredrickshafen / Dänemark braucht 2 Tage und kommt in Seydisfjördur im Osten der Insel an.

Von dort sind wir erstmal nach Egilsstadir zum Einkaufen gefahren und dann in den Nordosten nach Höfn zu den Papageientauchern.

Tags darauf nach Djupivogor, Freunde besuchen und von dort dann die erste richtige Offroadtour zur Askja.

Von der Askja ging es dann nach Norden. Wir haben Wanderungen entlang der Küste und Besichtigungen von Lavafeldern, Wasserfällen und heißen Quellen gemacht. Ganz oben in Husavik haben wir dann Uwe und Tanja von der Fähre wieder getroffen.

Streckenlänge: ca. 1100km

Wir kommen morgens in Island an, erstmal begrüßt uns Nebel. Um den ganzen Schwung durchzulassen halten wir gleich an, da sprechen uns M. + A. an, sie haben die gleichen Internetbekannten wie wir, P. + D.

In Egilsstadir fahren wir erstmal einkaufen – die Preise hauen uns um!

Die erste Fahrt geht ein paar km nach Nordosten zu den Papageientauchern.

 

Am nächsten Morgen begrüsst uns blauer Himmel. Die Sonne ist schon seit 2 Uhr Nachts wach.

Am Lagarfljot(see) machen wir eine kleine Wanderung. Danach fahren wir zu P + D. Es geht von Egilsstadir südwärts. Wir fahren eine Piste durch felsig-grüne Landschaft, es kommen fast keine Autos, keine Ortschaften, 1,5 Std. nichts. Von den Hängen kommt Wasser runter, auch kleine Wasserfälle und Schluchten sind zu sehen. Wie bei den Hobbits sieht es aus.

Dann erreichen wir Djupivogur und P+D. M. und A. sind auch schon da. Wir verbringen einen lustigen Abend mitteinander.

 

Nach einer ruhigen Nacht und gemeinsamen Frühstück kommen wir erst spät los. Wir müssen auch erst noch den Hausstrand anschauen. Sensationell – schwarzer Lavasand bei Nebel.

Wir fahren die Küstenstraße südwärts bis Hoffell zum ersten Hotpot. Wir warten bis der Andrang etwas nachlässt und tauchen dann in die Badewanne ab. 38°C – toll! Hinterher sind wir richtig schön aufgeheizt und nach langer Kaffeepause fahren wir zum naheliegenden Gletscher.

 

In nächsten Tag ist es ungemütlich-kalt-regnerisch. Nach einem Spaziergang suchen wir uns einen Campingplatz an der Ostküste bei Eskifjördur. Backen Brot, versorgen den Olli und verstauen die Lebensmittel jetzt in den Schränken.

Tagsdarauf wieder  strahlend blauen Himmel und so wollen wir heute ins Hochland zur Askja fahren. Zuerst aber liegt ein toller Wasserfall auf der Strecke, den wir in 1,5 Std. zu Fuß erreichen. Die roten Streifen sind Vulkanasche die auf die Lava fiel.

Auf der F910 geht es Richtung Askja. Zuerst ist noch Asphalt und wir fahren bis zu einem Guesthouse mit Pool – zum Übernachten. Am nächsten Tag wird es echt heiß, 120km Schotterpiste. Es gibt zuerst keine Vögel mehr, dann keine Schafe. Mit max. 35 km/h geht es rauf, runter und immer wieder durchs Wasser.

Abends an der Askja belohnen wir uns mit Lammsteak, Spätzle und Soße.

 

Heute Nacht ist es noch recht kalt geworden, die Zelter und Dachcamper beneiden wir nicht. Sitzen wir doch kuschelig warm in der Kabine. Morgens sind dann die Temperaturen angenehm, wir fahren noch die 8km zum Parkplatz hinauf und wandern dann 1 Std. zur Askja.

Die Askja ist ein erloschener Vulkankrater, der sich teilweise mit Wasser gefüllt hat.

Von der Askja geht die F88 nordwärts, bis zur Asphaltstraße sind es 100km Hoppelpiste. Auch einige Flußdurchquerungen waren dabei. Wir brauchen mit Stopps ganze 6 Std.

Abends am Campingplatz sitzen wir das erste mal draußen, wenn auch mit warmer Decke. Dazu gibt es Alkohol: Tee mit Rum.

 

Nachts regnet es wieder und der Wind hat auch zugenommen – nix mit schön Wetter. Wir fahren nach Bustafell, einem Heimatmuseum, danach in den Nordosten an die Küste, nach Kopasker und wandern in Asbyrgi.

 

Tags darauf fahren wir nach Krafla, einem Fumarolenfeld. Dort kommt dann tatsächlich die Sonne kurz raus. Ein paar km weiter das nächste Fumarolenfeld – Namafjall. Es stinkt nach faulen Eiern, aber die Farben sind spektakulär.

 

Auf dem Weg nach Husavik, Lupinienfelder bis zum Horizont. Wir fahren in den Sonnenuntergang. Abseits der Straße in einem kleinen Steinbruch finden wir ein nettes Plätzchen. Um 22:45 fangen wir an zu grillen und Bratkartoffeln zu bruzzeln.

Am Morgen wecken uns die Bagger und so fahren wir zum Frühstück etwas weiter an einen Parkplatz.  In Husavik treffen wir T. und U. wieder, abends übernachten wir zusammen oberhalb von Husavik.

 

Die Sprengisandur

ist berühmt. Es ist die Nord-Süd-Durchquerung von Island. Sie führt 250km quer über das Hochland, ausschließlich auf Pisten. Es sind dabei unzählige Flüsse zu durchqueren, natürlich ohne Brücken.

Zusammen mit T. und U. wollen wir es wagen. Es stellt sich dann als endlose Holperei heraus. Da die Isländer mit Ihren dicken Reifen hier fahren, ist die ganze Piste wie ein Waschbrett.

 

Missglückte Fahrt nach Landmanalaugar

Nach einer Nacht auf dem Campingplatz bei Langbrok wollen wir doch noch mal ins Hochland. Hier im Süden ist uns zu viel los. Und so fällt unsere Wahl auf Landmanalaugar, das wir über die F210 von Westen erreichen wollen. Aber es kommt anders…

Fahrt nach Landmanalaugar und dann bis Flughafen: 215 km

Auf der F210 wird es sofort leer. Wunderschöne Landschaften begleiten uns – und es ist schön Wetter. Etliche Flussdurchfahrungen müssen wir meistern, bis es dann doch nicht weiter geht. Oder?

An einer Furt stellt sich dir Überfahrt als fast unmöglich heraus. F + T (von der anderen Seite kommend), inspizieren über eine Stunde wo man durch könnte. Dabei geht F auch noch unfreiwillig baden – brrrhh. Sie haben was gefunden, T + A kommen rüber. Da es schon spät ist, bleiben wir über Nacht hier, wir wollen morgen rüber.

Wie angekündigt ist das Wetter über Nacht umgekippt. Später fängt es auch noch an zu regnen. Weil nochmal 2 Furten kommen, die bei Regen schwierig werden, drehen wir um und fahren nordwärts an der Hekla vorbei. Diese Tour, bei anhaltend schlecht Wetter und dadurch schmieriger Piste, wird uns in Erinnerung bleiben. Bei Sturm, Regen, Schnee haben wir enge Lavafelddurchquerungen, steile kleine Furten und Steigungen zu absolvieren, die dem Olli  alles abverlangen.

 

Vier Tage treiben wir uns noch etwas im Süden rum. Das Wetter ist schlecht.

 

Auch verpassen wir den Flieger von Frau S., der eigentlich am 21.7. gehen sollte. Hatten wir doch im Kopf – 0:40 Uhr am Freitag. Aber das ist halt Freitag früh und nicht abends.

So müssen wir einen neuen Flug buchen, was Online auch gut klappt. Frau S. fliegt also Montag früh 0:40 ab, mit dem gleichen Flieger, mit dem Sohn M. ankommt.

Tschau, war ne tolle Tour!

 

Teil 2 der Reise mit Sohn M.

Auf meinen Sohn mußte ich am Flughafen eine kleine Ewigkeit warten. Alle Passagiere waren schon lange raus nur M. fehlte noch. Um 1:30 Uhr kam er endlich. Er mußte seine Reisetasche suchen, die war aufgrund der Unförmigkeit bei den Surfbrettern gelandet. Die Unförmigkeit kam von den 10 Büchsen Bier 😉

Auf der F33 wieder nach Norden

Vom äußersten südwestlichen Zipfel Islands fahren wir erstmal kurz noch die Highlights Geysir und Gullfoss ab. Das muß ja sein. Dann geht es auf der F33 wieder quer durchs Hochland nach Norden,

Streckenlänge 673 km

Morgens schlafen wir erstmal bis 8:30 Uhr und fahren dann bei viel Wind, Nebel und Niesel hoch zum Sellfoss und dann zum „Franzosenparkplatz“ kurz vor dem Geysir.

Sohn M. ist total begeistert : „Iiiisland“ sagt er dauernd.

Nächster Tag: Um sieben werden wir vom Sonnenschein geweckt und fahren noch vor dem Frühstück zum Geysir. Kurz vor 8 Uhr sind wir dort fast alleine. Tolles Wetter haben wir auch und so packen wir zum Frühstück Tisch und Stühle aus. Frühstück mit aufgebackenen Brötchen und gekochtem Ei.

 

Vom Gullfoss, der M. begeistert hat, geht es gen Norden auf die F35 – Piste.

Total einsame Gegend, wir fahren auch noch von der Piste ab, suchen und finden am Hvitarvatn (See) einen tollen Platz.

Tisch und Stühle raus, wir sitzen den ganzen Nachmittag in der Sonne (siehe Umschlag) mit grandiosem Blick auf den Gletscher. Wir beschließen hier zu übernachten.

Am nächsten Tag biegen wir von der F35 auf die F347 ab und fahren bis Asgardsfjall. Von dort laufen wir 6 km hinauf zum Kerlingarfjöll – einem „Heissdampfzischgebiet“.

Von hier aus wird die Piste F35 immer schlimmer – armer Olli. Kurz bevor die Piste besser wird finden wir links davon am Bach einen Traumplatz – Feierabend. Das Wetter ist immer noch bombastisch, wir sitzen bis 21 Uhr draußen.

 

Tags darauf ist das Wetter wieder gut. Wir biegen von der F35 auf die kleinere F756 ab, die sich als viel besser herausstellt. Es geht durch grünes Land den Fjorden entgegen. Wir besichtigen ein Freilandmuseum von außen und fahren dann bis Saudarkrokur auf einen Campingplatz.

Wir umfahren die Halbinsel Skagi, was sich aber nicht gelohnt hat. Danach die Halbinsel Vatnas, wo wir bei Sturm die alte Festung „Borgarvirki“ ansehen. Es bläst uns fast weg. An 2 Stellen können wir Seehunde beobachten, denen die Kälte nichts ausmacht.

Auf der Westseite finden wir wieder einen ruhigen Übernachtungsplatz. Nachts pfeift es ordentlich.

 

Die einsamen Westfjorde

Wir fahren bis an das westliche Ende von Island und sind damit nur noch 200km von Grönland entfernt. Die Westfjorde sind grün und einsam. Wir nutzen jede Gelegenheit um in die vielen Hotpots zu sitzen.

Streckenlänge 530 km

Vom äußersten westlichen Zipfel Europas geht es wieder hinunter in den Süden.

Streckenlänge 750 km

Über Drangnes und den Dynadinfoss fahren wir bis an den westlichsten Punkt Europas. Dabei bummeln wir an der Küste entlang und genießen sooft als möglich die warmen Bäder in Becken oder im Fluss.

 

An der Westspitze bleiben wir 2 Nächte, dann geht es weiter, wieder Richtung Süden:

Vom Fjord sind wir über die 48 und 360 an die Westküste des Pingvallavatn gefahren und dort oberhalb des Kraftwerks gewandert. Dann waren wir noch in Pingvellir. Das Wetter war super.

 

Dann fahren wir zum Sellfoss und in Hela ins Freibad. Danach wird das Wetter schlecht. Am Seljalandsfoss laufen wir 10min und werden pitschnass. Am Skogafoss steigen wir nicht mal mehr aus.

Anschließen geht es nach Vik auf den Campingplatz, es gießt. Wir backen, kochen und bedauern die armen Zelter.

 

Rettungsaktion vor Landmanalaugar

Am nächsten Tag ist das Wetter wieder gut und so raffen wir uns auf, wir wollen nach Landmannalaugar.

Östlich des Myrdalsjökull biegen wir von der Ringstraße auf die F208 ab. Nach 30km kommt der Abzweig nach Eldgja, den wir ausprobieren. Dort können wir eine schöne Wanderung zum Wasserfall machen.

 

10km vor Landmannalaugar versenken 3 Spanier ihren Mietwagen. Da ist Hilfe gefragt. Wir packen die Winch aus, Jack (72 Jahre alt) steigt in den Fluß und macht das Seil fest.

Dann zieht Olli den Wagen aus dem Fluß – Schwerstarbeit!

 

Wir bringen die 3 nassen Spanier nach Landmannalauger.

Am nächsten Tag ist eine Wanderung in Landmannalaugar durch eine farbenprächtige Landschaft angesagt.

 

Auf Lavapisten um den Vatnajökull

Von Landmannalaugar geht es nordwärts, wieder ein Stück die holprige Sprenisandur hinauf. Dann biegen wir aber auf die F910 nach Osten ab. Die Fahrt geht durch schwarze Lavafelder hinüber zur Askja. Für 80km brauchen wir 9 Std.

Streckenlänge 350 km

Einige Furten sind auf dieser Strecke zu queren. Gegen 16 Uhr finden wir einen kleinen Platz zum übernachten. Es regnet und ist kalt draußen.

Tags darauf: Heute wieder tolles Wetter, aber kalt: 1°C. Wir fahren bis 18:30 Uhr die Lavastrecke. Es ist der Hammer, armes Auto! Enge holprige Strecken, dann wieder große Absätze vor einem Bach, Olli wird einiges abverlangt. Wir sehen den ganzen Tag ca. 10 Autos.

 

Alles hat ein Ende

Von der Askja aus fahren wir über die F910 nach Eglistadur und nochmal hinunter zu P. und D. Dann geht es zur Fähre.

Streckenlänge 444 km

14.8. Geschafft – Ende aller Islandpisten – Ende mit dem Gehoppel – aber geil war es doch.

Wir stehen nördlich von Eglistadur am See und genießen die Sonne. Nach all der vielen Steine genießen wir das Grün, ein Gefühl als wenn wir vom Mond kommen.

 

Auf der Rückfahrt bleiben wir noch 2 Tage auf den Färoer-Inseln, bevor es dann von Dänemark 1200km nach Hause geht.

Nachfolgend alle gefahrenen Strecken.