Wieso

Wieso Amerika und dann noch Panamericana? Tja, diese Frage hab ich mir schon öfters gestellt. Wieso – Warum – Weshalb nach Amerika. Kam aber zu keiner klaren Antwort . Aber muss es immer eine Antwort geben? Es ist eben ein Traum, und Träume sollte man verwirklichen, wenn es irgendwie möglich ist.

Es kam so

Gereist bin ich schon immer gern. In den Kindheitsjahren mit den Eltern in die Berge, mit 18 und dem ersten Auto, einem Fiat 127 in den Sommerferien bis Dubrovnik. Dann während dem Studium mit dem Motorrad und später mit meiner Frau und dem PKW und Zelt. Europa rauf und runter, Norwegen, Italien, Spanien aber vor allem Frankreich.

Ende der 80er und in den 90er war dann die Zeit der Bergtouren, meist im Winter und mit dem ersten eigenem Campingbus, einem selbst ausgebauten Ford Transit. Mit dem sind wir dann auch in den Ferien mit unserem Sohn verreist und im Winter in die Berge. In die Berge gehe ich auch heute noch gern.

Ab dem Jahr 2000 wurde es mit dem Reisen aus beruflichen Gründen weniger, Malloche war angesagt, ich hatte mich selbstständig gemacht. Für längere Urlaube war keine Zeit. Der Campingbus wurde verkauft.

Dann kam 2011 im Alter von 49 der erste gesundheitliche Rückschlag und… hoppla, es gibt noch was anderes außer Arbeit. Im Jahr darauf haben wir unser Wohnmobil gekauft und machen damit auch heute noch schöne Reisen. Auch längere und mehrmals im Jahr.

Die Idee

Als dann wegen der Energiewende bei mir die Arbeit weniger wurde hab ich das auch genossen. Einige Klicks im Internet und schon ist man auf interessanten Reiseblogs. Insbesondere Südamerika hat es mir da angetan. Das wäre was – Panamericana – manoman! Es hat mich nicht mehr losgelassen.

Frühjahr 2015 begann ich mit einem Spanischkurs an der Volkshochschule, kann ja nicht schaden. Sommer 2015 fuhren wir 4 Wochen nach Nordspanien. Aber Südamerika – die Idee hat sich festgesetzt.

Im Winter 2015/16, bei einer grundlosen Suche auf mobile.de, fand ich das Auto dazu.
Das richtige Auto zum falschen Zeitpunkt, war es doch einfach noch zu früh für so eine Reise, zum Ausstieg aus dem Arbeitsleben, mit 54 Jahren?!
Oder? Es musste ja nicht sofort sein, vielleicht in 2 oder 3 Jahren, aber so ein Auto gibt es gebraucht nur einmal zu kaufen und neu war es uns zu teuer.

Und so stand dann im Sommer 2016 der Olli bei uns im Hof. Irgendwie kam nun Bewegung in die Sache, auch wenn da noch einiges im Unklaren war:

– mit wem mach ich so eine Tour (Frau S. will noch ein paar Jahre arbeiten)
– und wann geht es los?

Zwei große Fragen, die sich aber dann zu meinem Geburtstag tlw. gelöst haben. Mein Sohn M. „schenkt“ mir zum Geburtstag seine Teilnahme an einem Teil der Tour. Klingt komisch, aber macht Sinn. Im Frühjahr 2018 wird er sein Studium mit dem Master abschließen, warum nicht erst eine Zeit lang auf Reisen gehen, der Ernst des Lebens kann warten.

Der Plan

Und so starten wir im Frühjahr 2018 in Richtung Kanada. Frau S. wird uns im Herbst in den USA besuchen, danach werden wir weiter nach Mexiko fahren und im Frühjahr 2019 dort den Olli für einige Monate unterstellen. Für Sohn M. beginnt dann der Ernst des Lebens, wer mich dann ab Herbst 2019 weiter begleitet ist noch offen. Aber man muss nicht alles gleich am Anfang zu Ende denken!

Die Planung läuft.

Fazit nach einem Jahr durch Nordamerika (verfasst 3.1.2020)

Es war einfach ein klasse Jahr! Man was haben wir alles sehen dürfen. Auch das „Langzeitreisen“ ist etwas, an das man sich gewöhnen kann, auch wenn jetzt im Nachhinein 1 Jahr am Stück doch etwas zu lange für mich ist. Ab und zu mal ein Abstecher nach Hause hätte mir auch gefallen. So 5-6 Monate, das wäre für mich genau die richtige Länge.

Kanada war super, die endlose Weite im Norden, die Landschaften und die sehr freundlichen Menschen.

Die USA bestach mit noch grandioseren Landschaften, auch das Reisen war dort sehr einfach.

Mexiko war anders, wild und ungewohnt. Aber die Städte sind toll und die Menschen sehr sehr freundlich und hilfsbereit.

Wie es weiter geht?!

Ich hatte ja oben schon geschrieben, es ist nicht zu Ende gedacht. Aber der Olli steht nun in Zentralmexiko und wartet. Den ganzen Sommer + Herbst über hab ich rum und num überlegt, wie das mit Südamerika machbar wäre. Erst haben mich die Tumulte vom Herbst in Ecuador, Bolivien und Chile ins wanken gebracht. Aber letztendlich gibt doch den Ausschlag, dass mir die Reisebegleitung fehlt, die mindestens 6 Monate Zeit hat. Sohn M arbeitet und Frau S will maximal 2 Monate mitkommen. Südamerika mit wechselnder Reisebegleitung, die auch noch terminlich gebunden ist zu arrangieren, gäbe nur ein „Gewürge“. Fazit: Südamerika wird verschoben.

Wir werden wieder in den Norden fahren. Wir, das ist Frau S und ich, am 11.2.2020 geht der Flieger nach Mexiko. Eventuell fahren wir erst noch nach Guatemala, um den NAFTA-Raum (Kanada, USA,Mexiko) zu verlassen und danach wieder neu einzureisen. Anschließend geht es in den Norden. Nach 2 Monaten fliegt Frau S nach Hause (Anfang April 2020) und Mitte Mai kommt Sohn M nochmal für 2 Monate. Bis Mitte Juli werden wir Utah und Arizona unsicher machen. Dann fahre ich alleine rüber nach Halifax und bring Olli zum Schiff. Spätestens Ende August 2020 möchte ich wieder zurück sein.