Sideseeing in Kanada

Reisezeitraum:  24.Mai – 1.Juni 2018

Probleme: kein

Strecke: ca. 1560 km

Reiseroute:  BiC NP – Quebec – Ottawa – Tobermory

Reisebericht

Quebec

Wir übernachten gegenüber Quebec auf der anderen Seite des Lorenzstromes in Levis auf einem öffentlichen Parkplatz nahe eines Parks. Am nächsten Morgen nehmen wir die Personenfähre und fahren hinüber nach Quebec, welches uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Quebec erinnert an französische Städte, alle Häuser sind aus Stein gemauert, ältere neben neuen, aber alles sehr geschmackvoll. Wir schlendern durch die Gassen und um die Zitadelle. In der Sonne lässt es sich aushalten, nur der Wind ist immer noch kalt.

Auf den großzügig angelegten Plätzen der Innenstadt sind Denkmäler bekannter Personen aufgestellt, die Schulstunden werden anscheinend im Garten vor der Schule abgehalten und in der Mittagspause scheint ganz Quebec joggen zu gehen.

Gegen Nachmittag wird die Altstadt dann von asiatischen Touristen gestürmt und wir  machen uns auf zurück nach Levis und zu Olli um weiter zu fahren. Wir tanken und  kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein. Auch hier merkt man, dass man im französischsprachigen Kanada ist. Das Angebot ist weitaus besser und sogar Bier gibt es im normalen Supermarkt, allerdings zu horenten Preisen.

 

Nationalpark und Hauptstadt

 NP de la Maurice

Nach einigen Kilometern Umleitung finden wir dann doch noch den Eingang zum Nationalpark. Es ist bereits 19 Uhr und der Magen knurrt. Schnell buchen wir uns für zwei Nächte am Campground ein. Dieser liegt malerisch mitten im Wald, von unserem Platz ist kein Sichtkontakt zum nächsten Platz. Wir machen gleich mal ein Feuerchen – das gehört einfach dazu – und grillen. Bei einer Büchse Bier lassen wir den Tag ausklingen.

Am nächsten Morgen wandern wir 3 Stunden auf gut ausgeschilderten Wegen durch den Park. Die Natur ist gerade am erwachen, die Eichhörnchen hüpfen um uns herum – man kommt bis auf 1 Meter an sie ran. Und warm wird es heute auch, 30°C!

Ontario und die Gastfreundschaft

Nachdem wir den Nationalpark für zwei Tage besucht hatten beschließen wir nach Ottawa zu fahren und dort das Museum zur Kulturgeschichte und Besiedelung zu besichtigen. Das Navi führt uns mal wieder zuerst über kleine Straßen und kleine Ortschaften. Überall hat man den Eindruck man ist im Wilden Westen, zumindest sehen die Hauptstraßen so aus, links und rechts kleine Holzhäuschen in allen Formen und Farben mit überdachter Veranda davor.

Egal wo wir anhalten werden wir angesprochen, Olli ist einfach zu auffällig. Die Leute sind äußerst freundlich und wollen wissen wo wir herkommen und wo es hingeht.
Wir stehen an der Ampel, es ist rot, wir wollen gerade aus. Links fährt ein PKW vor, Scheibe runter und man erkundigt sich nach unserem woher / wohin, nur um sich dann anschließend wieder hinten einordnen zu müssen. Unterwegs bekommen wir Daumen-Hoch aus Beifahrerfenster und Dachluke beim Überholen.

Mit der iOverlander-App haben wir einen Campingplatz bei einem Segelflugplatz gefunden, welcher explizit angibt dass er selbst Overlander ist und deswegen gerne andere trifft. Leider hat der Besitzer schlechte Erfahrungen gemacht und bietet das jetzt nicht mehr an. Das erzählt uns Greg, der zufällig auf seinem Tracktor vorbei fährt. Wir erzählen dass wir eigentlich nur was für die Nacht suchen und schon sind wir eingeladen: wir können bei ihm vor dem Haus, welches nur 1 km weiter ist, für die Nacht parken.
Abends sitzen wir bei in der Veranda beim Bier und plaudern, er gibt uns einige Tipps, worauf wir uns auch gegen den Besuch der Niagarafälle entscheiden. Zu viele Besucher, bis zu 40000 am Tag.
Am nächsten Morgen werden wir dann noch mit Kanadischen Frühstück bewirtet und als Gastgeschenk (eher Wirtgeschenk) bekommen wir noch eine Dose Ahornsirup mit. Echt der Hammer, das stell man sich mal bei uns in Deutschland vor.

Ottawa am Sonntag
Der Hauptstadt Ottawa statten wir einen nur kurzen Besuch ab. Wir besuchen das Nationalmuseum zur Besiedelung und Kultur Kanadas. Angefangen von den ersten Menschen, die über die Beringstraße kamen bis in die heutige Zeit wird viel gezeigt. Hat uns sehr gut gefallen, war dann aber doch etwas viel.
Parken in der Hauptstadt war gar kein Problem, auch der Verkehr am Sonntag war völlig entspannt.

Im Anschluss machen wir beim größten hydraulischen Schiffhebewerk noch einen Besuch.
Auf der Weiterfahrt gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Ü-Platz wieder schwierig. Alle abgehenden kleinen Straßen sind privat, Wanderparkplätze o.ä. wie bei uns gibt es nicht. Da eigentlich alles Land in Privatbesitz ist, nicht wie bei uns mit staatlichen Wäldern etc. finden sich nur schwer frei Stellplätze. So stehen wir mitten in Marmora auf dem Dorfplatz und hoffen weiter im Westen wird es besser.

Jesuitenfort und weiter gen Norden

Saint-Marie among the Hurons

Die Fahrt führt uns weiter bis an die Georgian Bay, den östlichen Teil des Lake Huron. Die Kilometer ziehen sich immens und wir dürfen nur 80km/h fahren. So kommen wir erst gegen 16 Uhr am Freilichtmuseum an und verlegen den Besuch auf den nächsten Tag. Die Nacht verbringen wir in Victoria Harbour an einem Strandspielplatz.

Das Freiluftmuseum am nächsten Tag fesselt uns. Es ist der Nachbau der im Jahre 1639 gegründeten Jesuitenstation mitten im Huronengebiet. Es diente den Jesuiten als Stätte der Erholung und den christlichen Wendat-Indianeren (Huronen) als Ort der Sicherheit. Die Missionare lebten unabhängig aber im Einklang mit den Indianern, wobei diese ihr Wissen mit den Missionaren teilten.
Die Konflikte zwischen den Wendat und den Irokesen führten dann 1648 zur Zerstörung von Saint-Marie.

Uns wurde hier sehr deutlich mit  Laihendarstellern gezeigt, wie damals in der rauhen Wildnis gelebt und überlebt wurde. Es war sehr beeindruckend.

Wir fahren weiter die Westküste der Georgian Bay hinauf, im Glauben an eine einsame Küstenlandschaft. Dabei landen wir dann am Wasaga Beach, eine Art San Tropez in Kanada. Schnell ergreifen wir die Flucht. Auch die weitere Küste ist auf hunderte Kilometer nicht zugänglich, ein Privatgrundstück am anderen. Irgendwann hinter dem kleinen Ort Big Bay endlich der erste öffentliche Parkplatz etwas abseits vom nächsten Ort.

 

Bruce Peninsula NP

Wir verbringen einen Ruhetag (2 Nächte) auf dem Campingplatz im Bruce NP. Wir beziehen unseren Platz mit Feuerstelle mitten im Wald. Als wir feststellen, dass es keine Duschen gibt ist Sohn M erstmal sauer, wir behelfen uns mit einem Bad im See und zum Haare waschen mit der Campingdusche hinterm Auto. Abends sitzen wir gemütlich ohne Bier (keines gekauft) am Campfire.

Fähre nach Manitou Island
Von Tobermory nehmen wir am nächsten Morgen die Fähre hinüber nach Manitou Island, auch Manitoulin genannt. Wir haben zwar nicht reserviert, was empfohlen wird, aber wir haben Glück und die Fahrt zur Welt größten Süßwasserinsel findet mit uns statt. Um 13 Uhr geht die Fähre und nach 2 Stunden sind wir drüben und es ist alles anders, viel weniger Häuser, die Orte viel kleiner und kein Walmart mehr. Wir fahren noch bis Espanola dann ist auch schon wieder Abend.