Big Bend NP, Fort Davis und die Riesenhöhlen

Reisezeitraum:   5.3.  -11.3.2020

Probleme:  keine

Strecke: ca. 925 km

Wir verlassen bald morgens den CP außerhalb des Big Bend NP (Big Bend = Große Biege, des Rio Grand) und fahren von dort die ca.40km hinein bis zum ersten Visitor Center am „Panther Junction“ Gleich hinter dem Parkeingang sehen wir den Roadrunner und kurz danach Coyote Carl, leider werden es die einzigen Begegnungen bleiben.

Auf dem Weg zum Visitor Center (40km) kommen wir an eine Dino-Ausstellung vorbei, die beeindruckend die Größe der Dinos zeigt.

Im Visitor Center wollen wir 4 Übernachtungen im Backcountry buchen, was gar nicht so einfach ist, da angeblich fast alles belegt ist. Auf der Karte sind doch jede Menge CP eingezeichnet, von denen sich dann später herausstellt das es alles Einzelplätze sind. Wir haben aber Glück und bekommen 4 Übernachtungen auf 3 unterschiedlichen Plätzen zugeteilt, je 10$ / Nacht ohne jeglichen Service!

Dann fahren wir hinunter an den Rio Grande zu den Hot Springs und nehmen ein warmes Bad direkt am Rio mit Blick auf Mexiko. Dort am Wegrand haben Mexikaner von drüben schöne selbstgebastelte Figuren zum Verkauf auf gestellt. Die Mexikaner sitzen drüben in Mexiko und schauen mit dem Fernglas herüber ob jemand was kauft und das Geld ins Käschen legt. Dann kommen sie herüber und holen das Geld. Wir erstehen einen tollen bunten Pfau.

Nach dem Bad geht es noch zum Rio Grande Overlook und dann steuern wir unseren ersten Stellplatz an. Auf tlw. ganz übler Steinpiste geht es mitten hinein ins Backcountry. Manchmal ist der Weg so schräg und mit Stufen durchsetzt, dass Sylvia sich zu mir hinüberlehnt, aus Angst Olli fällt um. Nach 1,5 Stunden erreichen wir den Platz, wo wir 2 Nächte bleiben und die Stille der Wüste ganz für uns allein genießen. Kein Mensch weit und breit, aber leider sehen wir auch keinerlei Tiere.

Am dritten Tag besuchen wir den Boquilla Canyon, fahren wegen Entsorgung und Wifi zum Visitorcenter und steuern unseren zweiten Platz an. Die Piste dahin ist harmlos und so stehen wir wieder ganz allein in der Wüste, das ist auch gut so, denn mittlerweile haben hier in Texas die Frühlingsferien begonnen und es ist mächtig was los.

Am vierten Tag geht es quer durch den Park. Wir machen einen kleinen Lehrweg „Dogout Wells“ wo eine Quelle ist und es auch Bäume gibt, machen eine tolle Wanderung hinauf zum „Balance Rock“ und fahren dann die Scenic Route auf der Westseite hinunter. Immer wieder werden wir an den Aussichtspunkten angesprochen, jeder Texaner scheint irgendeine Beziehung zu Deutschland zu haben. Sei es die Großmutter, sei es durchs Militär oder Freunde, Onkel etc. Der Hammer ist aber: An einem Aussichtspunkt die Frage „Sind Sie aus Waiblingen? Ich habe die ersten 15 Jahre in Waiblingen gelebt und meine ganze Familie ist noch in Waiblingen“ – na so was!

Abends treffen wir Ines und Roland, die wir am Hot Springs kennen gelernt haben. Wir haben uns an unserem vierten Stellplatz verabredet und verbringen einen netten Abend zusammen.

Am nächsten Tag wandern wir noch gemeinsam in den St. Elena Canyon, wo das Wasser bergauf fließt. Dann fahren wir über Terlingua Ghost Town die Route durch den Big Bend Ranch State Park bis Presidio. Wir wären gern noch auf einem CP im State Park geblieben, aber angeblich ist alles reserviert und voll. Zwei Plätze haben wir gegen 17 Uhr trotzdem angefahren und es war aber nur zur Hälfte belegt! So übernachten wir gemeinsam an der Bibliothek in Presidio, wo es nachts sehr ruhig ist aber morgens recht bald der Verkehr anfängt.

Am nächsten Morgen können wir endlich mal wieder unsere Vorräte auffüllen, dann geht es, nachdem wir uns von Ines und Roland verabschiedet haben, vorbei an Marfa durch weites Farmland hinauf nach Fort Davis.

Wir besichtigen dieses alte Fort, das damals als vor gelagerter Posten im „Far West Texas“ die Trecks nach Kalifornien absicherte. Es ist doch sehr interessant, wie damals der einfache Soldat und die Offiziere gelebt haben. Und die meisten sind an irgend etwas gestorben, nur nicht an einem Indianerpfeil.

Wir lernen einen der Statisten kenne, Richard B. Er war von 1976 bis 1980 in Regensburg stationiert und spricht absolut perfektes Fränkisch – klasse! Es kommt eine sehr nette Unterhaltung zustande und am nächsten Tag, nach unserem kleinen Trail treffen wir uns noch mal. Sollte er jemals noch mal nach Deutschland kommen ist er herzlich eingeladen – unsere Adresse lassen wir da.

Dann ist erstmal Wäsche waschen angesagt, wo ich vor der Laundry sitze und diese Zeilen getippt habe.

Auf dem weiteren Weg liegt in den Bergen das Mac Donald Observatorium, wo wir einen kleinen Rundgang machen und auch mal in das Allerheiligste schauen können.

In der Nacht ist es dann hier oben auf über 2000m doch recht kühl, na da machen wir morgens kurz mal die Heizung an (vor dem aufstehen ;-)).
Nach dem Frühstück fahren wir in die Guadelupe Mountains, leider ist das Wetter gar nicht gut. Der Camping im Park ist auch voll und so weichen wir außerhalb (40km) auf BLM Land aus. Dort ist es sehr ruhig und wir genießen das nächtliche Gewitter. Am nächsten Tag folgt eine wunderschöne Wanderung im Guadelupe Mountains NP.

Nachmittags fahren wir noch in die Carlsbad Caverns, ist nur um die Ecke in New Mexico. Es sind wohl die größten bekannten Höhlen der Welt, was schon sein kann. Zuerst geht es erstmal 240m tief, eine ¾ Stunde lang in Serpentinen hinab (rauf mit dem Aufzug). Unten dann riesige Hallen mit Tropfsteinen, einfach supi. Abends stehen wir wieder abseits auf BLM Land und es gewittert schon wieder.