Kanufahren und Lachse gucken

Reisezeitraum:   1. – 11.August 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht repariert

Strecke: ca. 1500 km

Gesamtstrecke: ca 18000km


 

Drei Stunden haben wir nach Bären Ausschau gehalten und uns nett mit jemand aus Deutschland unterhalten. Dann sind wir los, wieder zurück Richtung Haines Junction. Wir genießen wieder das tolle Panorama, diesmal aus der anderen Richtung und fahren noch mal an den CP am Dezadeash Lake. Mit Feuer und draußen sitzen wird es am Abend dann nichts, der Wind bläst uns fasst weg.

Die nächsten 2 Tage verbringen wir in Whitehorse mit Besichtigung der längsten Fischtreppe der Welt und dem Miles Canon, wir gehen ins Hallenbad (mmmh klasse) und machen Großeinkauf. Wir suchen vergeblich passendes Motorenöl für einen langsam notwendigen Ölwechsel, aber Dieselöl in der geforderten Qualität gibt’s nicht. Wir treffen Brigitte und Gottfried mit ihrem Hymer, die kein Ersatzrad dabei haben. Wir unterhalten uns prima und verbringen einige Zeit miteinander.

 

Dann wollen wir die Vorderreifen drehen lassen, was einen separaten Bericht rechtfertigt.

Von Whitehorse fahren wir südwärts Richtung Carcross in eine kleine Sandwüste, die uns total begeistert. Mitten im Yukon sieht es aus wie am Rand der Sahara. Hier verlieren wir auch Gottfried und Brigitte., Abends an unserem versteckten Stellplatz aus iOverlander tauchen dann andere sie plötzlich auf – Birgit und Jens. Jens ist in Kleinaspach aufgewachsen. Gemeinsam verbringen wir einige schöne Tage miteinander, fahren nach Wattson Lake und an den Boya Lake wo wir 2 Nächte bleiben. B+J haben ein Boot dabei, das wir mal benutzen dürfen, schöne Sache auf dem karibikblauen See zu paddeln.
Abends kommen dann auch noch Ole und Uta aus Zittau dazu.

 

Nach 2 Nächten an dem wunderschönen Boya Lake fahren wir in einer Tagesetappe bis kurz vor Stewart hinunter (450km). Die ersten 150km begleitet uns Rauch vom Waldbrand am Telegraph Creek – 200km entfernt. Aber der Kreuzung dahin wird es dann schlagartig besser.

In Stewart müssen wir einen Regentag überbrücken, es gießt aus allen Eimern. Am Tag darauf wieder super Wetter. Wir fahren hinüber nach Alaska, ja hier ist die südlichste „Stadt“ in Alaska, nur über Kanada erreichbar. A, Salmon Creek sind wir schon früh morgens und bestaunen die vielen vielen Lachse die sich im Bach bergauf mühen. Mann da mal die Angel reinhalten! Aber Bär will sich uns keiner zeigen. Wir stehen uns 3 Std die Füsse in den Bauch und fahren dann hinauf zum Salmon Glacier. Es geht 30km auf Schotterpiste das Tal hinter und den Berg hinauf. Dann stehen wir auf 1200hm und bereits gute 500m über dem riesigen Gletscher, der hier bis auf ca. 700m über dem Meeresspiegel hinunter reicht.

Abends haben wir dann auch noch Glück und sehen einen Grizzly beim Lachs fangen zu. Er knappert den dann an und lässt den Rest liegen ;-((

Top of the World Highway + Haines Highway

Reisezeitraum:  25. – 1.August 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht immer noch kaputt
(passendes Werkzeug fehlt)

Strecke: ca. 1250 km

Gesamtstrecke: ca 16000km

Bericht

Top of the World Highway nach Alaska
25.7. – 27.7.2018

Wir verlassen morgens den CP in Dawson und fahren noch mal mit der Fähre über den Yukon. Nach einem Chat mit zuhause geht es dann auf den „Hausberg“ von Dawson, von wo man eine tolle Aussicht über die zerwühlte Landschaft hat. Mittlerweile ist aber viel wieder überwachsen.

Den Bonanza Creek, wo 1897 die ersten Gold Funde gemacht wurden lassen wir uns auch nicht entgehen. Wir schauen uns dort den größten (wie alles hier 😉 ) jemals gebauten Schwimmbagger an, der bis 1966 in Betrieb war. Ich frag mich nur wo der geschwommen sein soll? Na jedenfalls liegt er jetzt auf dem Trockenen.

Zurück geht es wieder über den Yukon und dann fahren wir den Top of the World HW. Der heißt so, weil er beständig entlang eines Höhenzuges verläuft, immer zwischen 1000 und 1200 Höhenmeter. In diesen nördlichen Gegenden sieht man dann gleich das die Vegetation eine andere ist als im Tal.

Und die Fahrt hält was der Reiseführer verspricht. Immer wieder grandiose Ausblicke in die unendlich weite Landschaft, keine Straßen, Dörfer oder Häuser. Das Wetter ist super und wir genießen die Fahrt über die raue Piste. Nach 90km erreichen wir die Grenze nach Alaska, mitten im Nichts an einem Berghang. Die Einreise ist diesmal easy, waren wir doch bereits in den Staaten und der Grenzbeamte ist äußerst freundlich. Keine Fahrzeugkontrolle, hätten wir das gewusst wäre der Einkauf in Dawson anders ausgefallen.

Ab der Grenze ist die Straße für einige Kilometer toll asphaltiert, bevor sie dann doch wieder zur Piste wird. Der erste Eindruck von den USA soll wohl ein guter sein ;-).

Wir finden einen netten Campground am Fluss in dem wir sogar baden. Es ist warm und in der Sonne bekommt man fast einen Stich.

 

Alaska

Dem 50. Staat der USA statten wir nur einen kurzen Besuch von 2 Tagen ab. Aber nicht unerwähnt soll das erste Dorf hinter der Grenze bleiben: Chicken Downtown!

Besteht aus 3 alten Hütten der ersten Pioniere, in denen heute ein Souveniershop, eine Burgerbraterei (mmh war lecker) und ein Cafe im Sommer betrieben werden.

Echt urig.

Im „neuen“ Chicken gibt es allerdings auch noch ein Postoffice, die kommt 2 x Woche per Flugzeug, einen RV-Campground und ein Motell.

Über Tok geht es dann wieder Richtung Kanada, mit Übernachtung an der Strecke.

 

Zurück in Yukon und dann wieder Alaska
27.07. – 31.07

Die Strecke von Tok / Alaska bis Haines Junction / Yukon folgt wieder dem Alaska Highway. Die ersten 200km bis Beaver Creek sind recht eintönig, wenn auch die Weite der Landschaft uns immer noch begeistert. Beaver Creek sind dann auch nur 5 Häuser, 1 Motel und eine Tankstelle. Beaver Creek hat die größte 😉 Goldwaschpfanne der Welt.

Nach weiteren 100 km erreichen wir Burwash Landing, Größe siehe Beaver Creek ;-). Es gibt einen netten Info-Center mit Free Wifi und wir telefonieren mit zuhause.

Dann nach weiteren 50km erreicht der Alaska HW den Kluane Nationalpark und verläuft immer an dessen östlicher Grenze entlang. Die Landschaft wird interessanter, rechts türmen sich hohe, manchmal sogar vergletscherte Berge auf. Die Elias Mountains mit den höchsten Bergen Kanadas sind bis zu 4500m hoch.

Vom Visitorcenter im Kluane NP machen wir eine kleine Wanderung hinauf auf einen Aussichtspunkt. Am Begin des Trail steht ein Gedenkstein, der an den Tod einer Wanderin durch einen Grizzly 1996 erinnert. Und so rufen wir während der Wanderung immer laut Bääärbel!!
Es ist heiß und so drehen wir nach 2 Std wieder um, für die Aussicht hat sich die Plaggerei aber gelohnt.

Der Visitorcenter liegt in einem weiten Flussdelta das in den Kluane Lake mündet. Es ist recht sandig dort, und der Wind drückt immer wieder Wasser in  das Delta, was dann verdunstet, so ist eine richtige Salzschicht auf dem Sand entstanden.

 

Die fahrt geht weiter, am Westufer des Kluane Lake, dem größte See in Yukon. Wir finden einen super Platz zum übernachten, direkt am See.

In Haines Junction (900 Einwohner) starten wir einen vergeblichen Einkaufsversuch. Zwar hat das Kaff 2 Tankstellen, einige Motels, Schule und einen gigantisch großen Visitorcenter (wieder Free WiFI + Tel. nach Hause), aber einen Supermarkt suchen wir vergeblich. Einzig an einer Tankstelle gibt es einen kleinen Store, mit einer sehr begrenzten Auswahl, teuer dazu noch. So wird der Vorrat weiter gestreckt, 4 Mittagessen bringen wir noch zusammen, Brot backen geht noch 3x und Bier haben wir auch noch 2 Büchsen – na geht doch.

Am Dezadeash Lake finden wir 50km weiter einen Traum Campingplatz. Das Wetter ist spitzenmäßig, 25° C leichter Wind, und wir beschließen 2 Nächte zu bleiben. Sogar baden ist möglich, erst ist es etwas frisch, aber dann …klasse!

Am Pausentag (schon wieder) faulenzen wir in der Sonne, baden und genießen die Ruhe, nichts, keine Lärm, kein Radio, klasse!

So langsam müssen wir Gas geben. Ziel ist in der 3. Augustwoche in Seattle bei Steve zu sein. So wie wir zur Zeit unterwegs sind würde das eng werden. Fahren wir die letzten Tage doch max. 150km / Tag.

 

Haines / Alaska

Ab Haines Junction befinden wir uns auf dem Haines HW, der 240 km hinunter nach Haines führt, einer Enklave Alaskas, die nur über Kanada oder mit Schiff oder Boot erreicht werden kann. Die Strecke dort hinunter ist laut Reiseführer eines der schönsten Strecken in Yucon. Und wie wir feststellen ist das ziemlich untertrieben.

Wir starten recht früh morgens (9 Uhr ;-)) am Dezadeash Lake, knallblauer Himmel begleitet uns und wir fahren die bisher schönste Strecke. Zuerst begeistert die Landschaft entlang des Tatshenshini-Alsek Provincal Parks mit vergletscherten Bergen, dann fasziniert der 75 km lange Abschnitt in British Columbia um den Chilkat Pass durch sein herrliches Panorama über einer weiten baumlosen Hochebene.

Ab der US-Grenze folgt die Straße dem immer breiter werdenden Chilkat River bis Haines. Haines, mit 2000 Einwohnern liegt auf einer weit in den Lynn Canal hineinreichenden Landzunge. Die Lage am Salzwasser mit ringsum schneebedeckten Bergen ist einmalig.

Im örtlichen kleinen Supermarkt decken wir uns mit dem nötigsten für 3 Tage ein, dann geht es ans Ende des Chilkoot Inlet zum Bären gucken. Hier schwimmen die Lachse den Fluß hinauf und die Bären warten darauf.

Und schwup, läuft uns doch gleich 10m vor dem Auto eine riesige Grizzlymutter mit 3 Jungen über den Weg und verschwindet im Gebüsch.

Am nächsten Morgen fahren wir recht früh noch mal dorthin, haben aber kein großes Glück.

Campell und Klondike Highway bis Dawson City

Reisezeitraum:  16. – 24.Juli 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht immer noch kaputt
(passendes Werkzeug fehlt

Strecke: ca. 1200 km

Gesamtstrecke: ca 14500km


Bericht

Gemeinsam mit Bruno und Ursi nehmen wir den Campell Highway unter die Räder. Wir fahren nicht im Konvoi, aber treffen uns immer wieder und verbringen so 3 lustige Tage miteinander.

Der Campell Highway ist wesentlich einsamer als der viel befahrene Alaska Highway. Ab Wattson Lake fahren wir erstmal 150 km und es kommen uns nur 2 Autos entgegen. Zuerst ist noch Asphalt, später eine gute Schotterpiste, die allerdings aufgrund des immer wieder kommenden Nieselregens aufgeweicht ist, so das es eine schöne Schmotze gibt, die unseren Olli einsaut. Auf der Strecke finden sich immer wieder kleinere „Sehenswürdigkeiten“ aus der Zeit der Entdecker und Pioniere.

 

Die Landschaft ist weit und einsam, trotzdem gibt es immer wieder Campgrounds. Plumpsclo und Feuerholz bei 12 C$ (8 Euro) inbegriffen, da kann man nicht meckern Wasser gibt’s im See.

In Faro,bleiben wir 2 Nächte, hier gefällt es uns besonders gut, spricht die Betreiberin vom nett hergerichteten Infocenter doch echtes Bayrisch. Wir haben allerhand zu erledigen, Wäsche waschen, duschen (warm mmmh) Berichte schreiben und hochladen u.s.w. Ja reisen ist kein Urlaub ;-))

Von Faro fahren wir dann wieder getrennt bis Carmacks. Dort gibt es wieder ein nettes Infocenter, welches über die First Nation und die „Eroberung“ des Nordens berichtet. Das ist immer sehr schön anhand alter Bilder erklärt.

 

Ab Carmacks geht die Fahrt endlang des Yukon Rivers, den die Goldsucher Ende des vorletzten Jahrhunderts auch runter gefahren sind, allerdings nicht wie wir auf der Straße. Kurz hinter Carmacks kommen die Five Finger Rapids, jene berühmte Stromschnellen, durch die die Goldsucher auf ihren selbst gezimmerten Flossen hindurch mussten. Es sind fünf Kanäle zwischen den Felsen hindurch, der linke war angeblich der angenehmste zum passieren. Die Raddampfer wurden dort stromaufwärts an einem Stahlkabel gezogen.

Wir campen an Flüssen, machen jeden Abend das obligatorische Lagerfeuer und es ist ab Faro nun auch super Wetter. Nur Bier haben wir mal wieder keines dabei. Das bekommt man hier auch nicht überall.

 

In Carmacks endet der Campell Highway und wir befinden uns nun auf dem Klondike Highway, dem wir bis Steward Crossing folgen. Dort biegen wir ab auf den Silver Trail, der uns noch mal 100km abseits in die Wildnis führt.

Auf dem Silver Trail ergreift uns das Yukonfieber nun vollends. Es ist einfach eine geile Landschaft durch die wir fahren, kaum das wir jemanden oder ein Auto treffen. Von der Abzweigung in Steward Crossing, was selber nur ein Kaff ist, bis Majo sind es knapp 50km, so wie Stuttgart – Heilbronn. Hier kommt auf der Strecke aber nix, im Gegensatz zu Stgt – Hlb !! Majo selber sind ca. 20 Häuser / Hütten, 1 Kirche, 1 Tanke und ein Laden. Alles schön mit viel Platz dazwischen, und natürlich ca. 50 Schrottautos.

Von Majo geht es dann noch mal 50km Schotterpiste nach Keno – eine alte Silberminenstadt. Die Mine ist z.Zt. aber stillgelegt. In Keno ist noch weniger los als in Majo, aber seht selbst.

 

In beiden Orten gibt es ein nettes Infocenter / Museum, wo man die alten Bilder und Gegenstände aus der Entdeckerzeit anschauen kann.

 

Und Internet gibt es auch! Nicht wie in Deutschland, wo rumgeredet wird von wegen schnelles Internet. Hier legt man eben mal 1000km Kabel durch die Wildnis, was solls 😉 Natürlich Free WiFi !

Der Rückweg von Keno führt uns über eine 50km Lehmpiste (es ist die Duncan Creek Road) zurück nach Majo, wo wir uns wieder wie gestern an den Bach am Ortseingang stellen. Es ist warm und bis 23:30 Uhr hell.

Auf einer recht langweiligen Fahrt entlang des Klondike Highway erreichen wir am nächsten Tag Dawson City. Hier treffen wir auch Andrea und Walter wieder. Wir nisten uns auf dem Campingplatz auf der anderen Seite des Yukon Rivers ein. Diesen erreicht mn nur mit der Fähre, die aber immer nach Bedarf fährt.

Einem gemeinsamen Grillabend folgt anschließend noch der Besuch des Spielcasinos und der Show in der Diamond Tooth Gerties Gambling Hall. Man kann Roulette, Poker oder Black Jack spielen. Doch das gibt unsere Reisekasse nicht her und so sehen wir lieber bei einem schalen Canadabier der Can-Can-show zu. Das Abiente ist einzigartig und Sohn M. amüsiert sich köstlich.

Am nächsten Morgen, Andrea und Walter ziehen bereits weiter, machen wir noch einen netten Spaziergang durch Dawson, schauen uns die renovierten Häuser an, auch die nicht renovierten, und hängen mittags am CP ab.

 

 

 

 

Die US-Amerikaner

Zugegeben, viele von uns Deutschen haben ja gegenüber den US-Amerikanern ein paar Vorurteile. Was wird alles erzählt: zu fett, immer bewaffnet, uninteressiert gegenüber dem Rest der Welt, schlechte Autos, gefährliche Gegend u.s.w.

Aber was haben wir bisher hier erfahren:

Die Menschen: Immer außerordentlich freundlich und höflich und außerordentlich korrekt. Wir werden oft angesprochen, wegen Olli, und immer ist man interessiert wo wir herkommen und was wir vorhaben. Fast alle haben irgendwelche Beziehungen zu Deutschland.

Man entschuldigt sich, wenn man jemandem im Weg steht, aber der Hammer war letztens im Supermarkt. Es ist eine Kasse offen und es hat sich eine kleine Schlange gebildet, ich bin der zweite und bin fast an der Reihe als eine weitere Kasse öffnet. Wie wäre das in Deutschland, z.B. beim Aldi? Na, ihr wisst schon, Sturm auf die Kasse. Wie ist es hier: Man erklärt mir, dass ich an der Reihe bin und an die andere Kasse gehen soll. So geht das! Selbstverständlich kein Stress an der Kasse, die Kassiererin packt einem die Sachen in Tüten, läuft aus der Kasse raus und packt alles in den Einkaufswagen. So geht das!

Straßenverkehr: Das in Deutschland auf den Straßen Krieg herrscht hatte ich ja schon gewusst, aber ich hatte keine Vorstellungen wie entspannt es hier ist. Autofahrer nehmen absolut Rücksicht auf einander. Es wird miteinander, nicht gegeneinander gefahren.

Einige Beispiele: In manchen Staaten darf man trotz roter Ampel rechts abbiegen. Da wir nicht wissen in welchen, halten wir prinzipiell immer mit gesetztem Blinker. Da wird hinten aber nicht gehupt, überhaupt hupt hier niemand. Nein, man wartet einfach bis wir fahren.

Oft gibt es Kreuzungen wo an jeder Seite ein Stop-Schild steht, also 4 Stopschilder. Fahren darf wer zuerst dort war, dann der nächste u.s.w. Was würde das in Deutschland geben?! Hier funktioniert das, völlig stressfrei.

Auf Landstraßen, wo wir nicht die schnellsten sind, wird mindestens 100m Abstand gehalten und erst überholt wenn es auch erlaubt ist. Auf 8000km wurden wir nur wenige Male bei durchgezogener Linie überholt.

Einkaufen: Was muss man alles hören oder lesen… Nein, auch einkaufen ist unproblematisch, im Walmart gibt es Gemüse und Obst, Käse und Wurst. Sicher, einige Sachen vermissen wir, vor allem anständiges Brot. Aber manchmal findet man eines das man so halbwegs durchgehen lassen kann. Auch Wurstaufschnitt in unserem Sinn gibt es fast nicht. Dafür ist Käse und Streichkäse kein Problem. Allerdings hat der Käse ein anderes Aroma, also fast keines ;-). Fleisch ist meist sehr billig und von hervorragender Qualität. Bier ist sau teuer aber man kann es trinken. Gemüse ist ebenfalls sauteuer, kommt eben aus dem Süden und das ist hier weiter als Deutschland – Spanien.

Campingsituation: Heißt es doch dass die USA das Camperland schlechthin sei. Kann schon sein, im Sinne der Amerikaner, die immer auf einen RV-Camping gehen. Müssen sie ja auch mit ihren Dickschiffen. Ein kleines Wohnmobil ist 10m lang, ein großes mindestens 15m, dahinter zieht man dann noch einen Jeep und vielleicht ganz hinten noch ein Boot.

Aber für uns Wildcamper ist es manchmal ganz schön schwer einen Stellplatz zu finden. Zwar darf man in den National Forrest überall frei stehen, aber es gibt nicht überall einen National Forest. Dann wird es schwierig, oft fahren wir 50-70 Meilen, links und rechts gehen immer kleine Straßen ab, aber alles ist privat. Überall wohnt jemand. Die Landschaft ist total zersiedelt. Kleine Campingplätze bieten immer nur ein Plumpsklo und keine Dusche und kosten mindestens 12$, manchmal 18$. Wir hoffen weiter im Norden und später im Süden wird es besser.

So weit mal, wird bei Gelegenheit aktualisiert.

Glacier NP

Reisezeitraum:  16.Juni – 21.Juni 2018

Probleme: Scheibenwischerendschalter gibt den Geist auf

Strecke: ca. 800 km

Nach Norden zum Glacier NP

Vom Yellowstone aus fahren wir nach Nordwesten einen kleinen Umweg und treffen dort auf einem RV-Park Ali und Malte von Dulliexploring. Beide sind seit 1,5 Jahren von Südamerika kommend unterwegs und es gibt viel zu erzählen. Es wird ein gemütlicher Abend zu viert bei uns im Olli.

Am nächsten Tag besuchen wir den Bison State Park, den man befahren kann. Es ist eine kleine 20km Runde auf der wir Bison, Pronghorn Antilope, Whitetail Deer und eine Grizzlymutter mit Jungem sehen. Danach geht es weiter gen Norden.

 

Pause am Hungry Horse Lake

Die letzten Tage waren dann doch viel mit Fahrerei gefüllt, so dass wir uns nun eine Pause  gönnen bevor wir den Glacier NP besuchen. Auch ist das Wetter noch sehr trübe und das wäre schade für den Park. Wir stehen 3 Nächte am Hungry Horse Lake, 1 Nacht auf einem kleinen Camping, 2 Nächte viel besser auf einem Wiesenplatz am See (kostenlos). Es besucht uns jeden Tag ein „Reh“, heißt hier ja Mule Deer.
Als Mark und Randy vom Angelausflug kommen frag ich sie ob sie was gefangen haben. Und plötzlich war ich Besitzer von 2 fangfrischen Forellen. Die einzigen beiden, die Mark und Randy vom See mitgebracht haben. Haben Sie mir einfach geschenkt, und vorher sogar ausgenommen. Super nett fand ich das, etwas peinlich war´s aber doch. Naja, sie haben gesagt, dass beide keinen Fisch essen.

 

Glacier NP

Dann verbringen wir 2 Tage im Glacier NP. Wir fahren morgens rein, wandern ein bisschen und fahren nachmittags wieder raus an unseren Topstellplatz am Fluss.

Die Wanderungen, bei bestem Wetter, entlang dem Fluss und hinauf an den Avalanche See sind wunderschön. Leider sind wir nicht alleine.

Auf dem Weg zum See steht uns dann auch noch ein Schwarzbär im Weg. Na mit der Zeit trottet er sich dann aber.

 

Yellowstone

Reisezeitraum:  13.Juni – 15.Juni 2018

Probleme: Die Batterie für die Kabine schwächelt
(20.6. gelöst, siehe unten)

Strecke: ca. 450 km

Reiseroute: Innerhalb Yellowstone

Yellowstone

 Wir erreichen Codi, das von Buffalo Bill (William Cody) mitbegründet wurde, morgens und besuchen dort das Buffalo Bill Museum. Dieses zeigt sehr anschaulich die Lebensweise der Prärieindianer und ihren Untergang durch die Abschlachtung der Bisons.
Nachdem wir Olli auch etwas Pflege angedeihen haben lassen, geht es zum Yellowstone Park.

Von Cody, das als östliches Tor des Parks gilt, sind es ja nur 85km bis zum Osteingang. Von dort, bis zum ersten Infocenter sind dann eben noch mal 43 km durch tolle Landschaften und über den Sylvan Pass 2600m hoch.
Wir fahren dann noch am Yellowstone Lake entlang und wollen Bekannte treffen, wissen aber nicht wo diese sind. Und schon ist der Tag fast vorbei.

 

Wir übernachten außerhalb des Südeingangs und fahren am nächsten Tag wieder in den Park (im Park wild campen ist verboten).

Am Upper Geyser Basin laufen wir in 4 Stunden den Rundkurs, beobachten den Ausbruch vom Olf Faithfull und dem Grand Geyser. Dieser hat uns wesentlich besser gefallen, da er fast 5 Minuten lang Wasser gepustet hat.
Waren in Island letztes Jahr die Thermalfelder größer, so gibt es hier im Yellowstone wesentlich mehr „farbige Löcher“. Anhand der Farben kann man die Temperatur bestimmen. Blau ist sehr heiß da dann keine Kleinstlebewesen darin leben, je mehr es von gelb nach braun wechselt, desto mehr der Microorganismen leben dort und desto kälter ist das Wasser.
Am schönsten ist die Grand Prismatic Spring, das größte farbige Loch. Von einer Aussichtsplattform lässt es sich gut überblicken.
Gegen Abend fahren wir noch entlang des Firehole Lake Drive wo es ebenfalls bunte Quellen gibt.
Die Nacht und den nächsten Tag verbringen wir außerhalb des Südeingangs auf einem kostenlosen Camping am See.

 

Nach dem Tag Pause fahren wir noch mal in den Park auf die Nordseite zu den Mammoth Hot Springs. Leider macht das Wetter nicht so mit, zumindest ist trocken.
Die Mammoth Hot Springs sind riesige Sinterterrassen in allen Farben. Das heiße kalkhaltige Wasser lagert beim abkühlen den Kalk ab und hat damit die (mal wieder) größten derartigen Kalkterrassen weltweit gebildet.

Fazit Yellowstone: Wir haben sicher nicht alles gesehen, aber die bunten Quellen im Upper Geyser Basin waren schon toll, es lies auch die vielen Leute verschmerzen. Auch der Grand Geysir mit dem 5 Minuten langen Ausbruch war super. Da wir letztes Jahr in Island waren hat uns alles nicht ganz so beeindruckt wie erwartet. Island ist schon noch mal eine andere Hausnummer. Auch was im Yellowstone als besonderer Wasserfall ausgeschildert ist, wäre in Island nicht mal auf der Karte verzeichnet. Aber gelohnt hat es sich trotzdem, man muß es mal gesehen haben.

 

Schwächelnde Batterie:
Beim nachmessen hat sich rausgestellt, das die 30A Sicherung zwischen Batterie und Batteriewächter mehr Wärme als erlaubt produziert. Das Gehäuse war schon angeschmort. Dadurch ergab sich ein Spannungsverlust von > 1V was sich dann doch mehr auswirkt als gedacht. Zuerst hab ich die Sicherung durch ein Kabek ersetzt, später dann ein neues Sicherungsgehäuse eingebaut.

Black Hills

Reisezeitraum:  8.Juni – 12.Juni 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsgang gibt auf, deswegen kein Rückfahrlicht und keine Funktion der Rückfahrkamera

Strecke: ca. 900 km

Reiseroute: Badlands NP – Black Hills – Cody

Reisebericht

Black Hills und Custer State Park
Nach zwei faulen Tagen in den Badlands fahren wir morgens erst nach Wall, einer kleinen Stadt, die aber den größten und kuriosesten Drugstore der USA hat. Es reihen sich Läden, Bars und Ausstellungen aneinander, es ist wie ein großer Shoppingcenter im Wild West Look.

Da die Ellsworth Air Force Base auf der Strecke liegt schauen wir uns auch noch etwas Kriegsspielzeug an. Ein wahrscheinlich alter Veteran macht hier den Fremdenführer, er spricht uns an und erklärt uns ganz stolz wie stark die Detonation der von den Raketen getragenen Atombomben ist, 600 x Nagasaki. Ich sag ihm das wir die Dinger nicht so toll finden, uups.

Dann fahren wir in die Black Hills, einst geheiligtes Land der Sioux und Cheyenne-Indianer. Hier kommen wir uns vor wie im Schwarzwald. Klasse Landschaft! Wir verbringen 2 Tage in den Black Hills und im angrenzenden Custer State Park mit Rundfahrten und baden. Der Badesee liegt auf 1500m Höhe und ist jetzt Anfang Juni schon warm, in den Alpen wäre da an baden nicht zu denken. Im Custer Park fahren wir dann noch den Needles Highway, der uns mit seinen Felsformationen sehr gut gefällt.

Überall werden wir wegen Olli angesprochen, die US-Amerikaner hier sind immer ganz begeistert von ihm. Ein älterer Herr, den wir mal rein bitten, will gar nicht mehr raus. Das wäre genau seines, erklärt er uns, aber seine Frau wollte unbedingt so einen großen Trailer.

Die Denkmäler Mt. Rushmore für die 4 Präsidenten und das angefangene Reiterstandbild für Grazy Horse sehen wir uns nur im vorbeifahren an, bevor es dann nach Deadwood geht. Deadwood hat auch eine historische Straße. Hinter jeder Fassade und in jedem Hotel und Saloon befindet sich aber auch ein kleines Spielcasino. Im Orginal Saloon No.10, in dem Wild Bill Hickock 187x erschossen wurde (Wer bitte ist Wild Bill Hickock? Aber das klärt sich später), trinken wir Kaffee und telefonieren mit zuhause.

Weiter gen Westen besuchen wir noch den Devils Tower, einen abgeplatteten Klotz aus Säulenbasalt. Entstanden sein soll er aus einem erkalteten Vulkankern. Auf einer kleinen Wanderung können wir ihn umrunden.

 

 

Wyoming

Auch wenn so mancher Wyoming langweilig finden mag. Uns hat die Fahrt vom Devils Tower durch die weite Prärielandschaft bis zu den Big Horn

Mountains begeistert. Hügel und Grasland bis zum Horizont.
In Buffalo duschen wir im eintrittsfreien öffentlichen Freibad. Leider ist das Badewasser in dem riesigen Becken noch zu kalt.

In großzügig angelegten Kurven führt dann die Straße auf den folgenden 100km über die Big Horn Mountains, die tlw. fast 4000m hoch sind. Auf 100km kein einziger Ort, nur Wälder bis weit über die 3000m, darüber thronen die Schneegipfel. Die Straße führt bis knapp unter diese 3000m Marke, dann schwingt sie sich wieder gemächlich hinab ins Bighorn Basin. Die Landschaft hier ganz anders wie auf der östlichen Seite, karg trocken aber nicht weniger weitläufig. Es sind ca.150km bis zu den Rocky Mountains, die wir am Horizont schon sehen. Auf halber Strecke nächtigen wir mit sagenhaftem Ausblick.

Go West

Reisezeitraum:  2.Juni – 7.Juni 2018

Probleme: kein

Strecke: ca. 1700 km

Reiseroute: Sault St. Marie – Sioux Falls – Badlands NP

Reisebericht

Grenzübertritt

Nach noch knapp 300km auf kanadischer Seite erreichen wir die Grenze inSt.  Sault Marie. Wir umrunden das Grenzgebäude gemäß der angezeigten Fahrtrichtung und sind dann deswegen doch etwas irritiert ob wir richtig sind.

Zuerst kommt der Kanadier, der nichts von uns will aber äußerst freundlich ist. Auf die Frage nach einem Stempel läuft er extra noch mit unseren Pässen ins Grenzgebäude.

Dann die US-Amerikaner, wir stehen am Schlagbaum, die Beamtin fragt einiges und bittet uns dann rechts zu parken und mit ins Gebäude zu kommen. Dort werden wir quasi verhört. Wir kommen uns wie Verbrecher vor. Details zum Beruf und Studium, wo, wie und was. Reiseroute – aaahh – so lange?! Haben Sie genügend Geld? Dann Fingerabdrücke und Foto machen, dann Auto inspizieren. Haben wir Fleisch, Gemüse, Frischwaren dabei? Oooh wir haben Firewood dabei – das darf man nicht, wird uns deswegen abgenommen.

Letzt endlich lassen sie uns doch rein, nachdem wir 6$ / Person gezahlt haben.

Die Frage nach einer längeren Genehmigung als 180 Tage wurde uns verneint, aber es wurde uns folgender Hinweis gegeben: Reisen wir nach Kanada aus, sollen wir das Grenzpapier in Kanada abgeben, Kanada meldet dann der USA, dass wir ausgereist sind. Bei der Wiedereinreise nach Alaska bekommen wir dann wieder 180 Tage genehmigt, und aus dem Rückweg dito.

Das dies so funktioniert, hab ich bei anderen Reisenden schon mal so gelesen. Entspricht aber nicht den US-Vorschriften, eine Ausreise in ein angrenzenden Land (Kanada oder Mexico) zählt danach nicht für die erneute Genehmigung von 180 Tagen Aufenthalt.

 

Die ersten US- Kilometer

Nach Süden ging es erstmal gerade aus, schnurstracks über viele Kilometer durch den Wald. Zwei Nächte verbringen wir in Mücken Gebieten, fürchterlich. Die Fahrt durch Michigan ist nicht sonderlich schön, irgendwie sieht alles abgegammelt aus. Insgesamt geht es ab der Grenze in 3 Tagen 1700km gen Westen bis in den Badlands NP.
Toll wird es erst als wir am dritten Tag den Mississippi überqueren. Die Landschaft zieht sich in Wellen dahin, Felder und Wiesen bis zum Horizont. Auch die Orte sind viel gepflegter und was uns besonders auffällt sind die Autobahnrastplätze, also die ohne Raststätte, die es nur alle ca. 70 km gibt. So gepflegt und sauber, so sieht bei uns nicht mal der Stadtgarten in Stuttgart aus.

Zum Tanken und zu anderem Service muß man den Highway verlassen, direkt daneben gibt es dann Tankstellen, Fastfood und anderes. Ab Süddakota wird dann der Sprit noch billiger, 65 Eurocent/Liter Diesel, da macht tanken Spaß. Deswegen machen wir das auch trotz 120 Liter Tank jeden Tag ;-(

 

 

Badlands Nationalpark

Heute ist es bis 42°C heiß und so machen wir keine Mittagspause sondern genießen die Klimaanlage. So erreichen wir den Park gegen 16 Uhr und kaufen am Kassenhäuschen gleich den Interagency-Pass (Jahrespass) für 80 $. Jetzt können wir 1 Jahr lang alle NP besuchen und müssen keinen Eintritt mehr zahlen.

Die Badlands, so genannt von den ersten Siedlern weil das Lanf unfruchtbar und schwer zugänglich war, sind durch Erosion entstanden. Hier sind Gesteinsschichten der letzten 60 Millionen Jahre freigelegt.

Kurz hinter dem Kassenhäuschen kommt der erste Aussichtspunkt und unsere Begeisterung steigt. So groß und weit haben wir uns das nicht vorgestellt. Durch den NP zieht sich eine Panoramastraße. Sie führt vom Eingang bis zum Campground !70km! entlang der Gesteinsformationen. Eine Strecke wie von Stgt nach Karlsruhe.
Auf halber Strecke zieht dann ein Gewitter auf und macht die Scenerie noch besser.
Als dann kurz vor dem Campingground noch mehrere Bisons auf der Straße stehen ist der Tag perfekt.

Wir fahren zum einfachen Campground (Wiese mit Plumpsclo) und verbringen bei angenehmen Temperaturen von max 28°C und Wind zwei Tage nur mit lesen und Hausarbeit (putzen und Brot backen). Ab und an bekommen wir Besuch von Präriehunden und einem Bisonbullen, der mitten durch die Campingwiese stapft.

Sideseeing in Kanada

Reisezeitraum:  24.Mai – 1.Juni 2018

Probleme: kein

Strecke: ca. 1560 km

Reiseroute:  BiC NP – Quebec – Ottawa – Tobermory

Reisebericht

Quebec

Wir übernachten gegenüber Quebec auf der anderen Seite des Lorenzstromes in Levis auf einem öffentlichen Parkplatz nahe eines Parks. Am nächsten Morgen nehmen wir die Personenfähre und fahren hinüber nach Quebec, welches uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Quebec erinnert an französische Städte, alle Häuser sind aus Stein gemauert, ältere neben neuen, aber alles sehr geschmackvoll. Wir schlendern durch die Gassen und um die Zitadelle. In der Sonne lässt es sich aushalten, nur der Wind ist immer noch kalt.

Auf den großzügig angelegten Plätzen der Innenstadt sind Denkmäler bekannter Personen aufgestellt, die Schulstunden werden anscheinend im Garten vor der Schule abgehalten und in der Mittagspause scheint ganz Quebec joggen zu gehen.

Gegen Nachmittag wird die Altstadt dann von asiatischen Touristen gestürmt und wir  machen uns auf zurück nach Levis und zu Olli um weiter zu fahren. Wir tanken und  kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein. Auch hier merkt man, dass man im französischsprachigen Kanada ist. Das Angebot ist weitaus besser und sogar Bier gibt es im normalen Supermarkt, allerdings zu horenten Preisen.

 

Nationalpark und Hauptstadt

 NP de la Maurice

Nach einigen Kilometern Umleitung finden wir dann doch noch den Eingang zum Nationalpark. Es ist bereits 19 Uhr und der Magen knurrt. Schnell buchen wir uns für zwei Nächte am Campground ein. Dieser liegt malerisch mitten im Wald, von unserem Platz ist kein Sichtkontakt zum nächsten Platz. Wir machen gleich mal ein Feuerchen – das gehört einfach dazu – und grillen. Bei einer Büchse Bier lassen wir den Tag ausklingen.

Am nächsten Morgen wandern wir 3 Stunden auf gut ausgeschilderten Wegen durch den Park. Die Natur ist gerade am erwachen, die Eichhörnchen hüpfen um uns herum – man kommt bis auf 1 Meter an sie ran. Und warm wird es heute auch, 30°C!

Ontario und die Gastfreundschaft

Nachdem wir den Nationalpark für zwei Tage besucht hatten beschließen wir nach Ottawa zu fahren und dort das Museum zur Kulturgeschichte und Besiedelung zu besichtigen. Das Navi führt uns mal wieder zuerst über kleine Straßen und kleine Ortschaften. Überall hat man den Eindruck man ist im Wilden Westen, zumindest sehen die Hauptstraßen so aus, links und rechts kleine Holzhäuschen in allen Formen und Farben mit überdachter Veranda davor.

Egal wo wir anhalten werden wir angesprochen, Olli ist einfach zu auffällig. Die Leute sind äußerst freundlich und wollen wissen wo wir herkommen und wo es hingeht.
Wir stehen an der Ampel, es ist rot, wir wollen gerade aus. Links fährt ein PKW vor, Scheibe runter und man erkundigt sich nach unserem woher / wohin, nur um sich dann anschließend wieder hinten einordnen zu müssen. Unterwegs bekommen wir Daumen-Hoch aus Beifahrerfenster und Dachluke beim Überholen.

Mit der iOverlander-App haben wir einen Campingplatz bei einem Segelflugplatz gefunden, welcher explizit angibt dass er selbst Overlander ist und deswegen gerne andere trifft. Leider hat der Besitzer schlechte Erfahrungen gemacht und bietet das jetzt nicht mehr an. Das erzählt uns Greg, der zufällig auf seinem Tracktor vorbei fährt. Wir erzählen dass wir eigentlich nur was für die Nacht suchen und schon sind wir eingeladen: wir können bei ihm vor dem Haus, welches nur 1 km weiter ist, für die Nacht parken.
Abends sitzen wir bei in der Veranda beim Bier und plaudern, er gibt uns einige Tipps, worauf wir uns auch gegen den Besuch der Niagarafälle entscheiden. Zu viele Besucher, bis zu 40000 am Tag.
Am nächsten Morgen werden wir dann noch mit Kanadischen Frühstück bewirtet und als Gastgeschenk (eher Wirtgeschenk) bekommen wir noch eine Dose Ahornsirup mit. Echt der Hammer, das stell man sich mal bei uns in Deutschland vor.

Ottawa am Sonntag
Der Hauptstadt Ottawa statten wir einen nur kurzen Besuch ab. Wir besuchen das Nationalmuseum zur Besiedelung und Kultur Kanadas. Angefangen von den ersten Menschen, die über die Beringstraße kamen bis in die heutige Zeit wird viel gezeigt. Hat uns sehr gut gefallen, war dann aber doch etwas viel.
Parken in der Hauptstadt war gar kein Problem, auch der Verkehr am Sonntag war völlig entspannt.

Im Anschluss machen wir beim größten hydraulischen Schiffhebewerk noch einen Besuch.
Auf der Weiterfahrt gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Ü-Platz wieder schwierig. Alle abgehenden kleinen Straßen sind privat, Wanderparkplätze o.ä. wie bei uns gibt es nicht. Da eigentlich alles Land in Privatbesitz ist, nicht wie bei uns mit staatlichen Wäldern etc. finden sich nur schwer frei Stellplätze. So stehen wir mitten in Marmora auf dem Dorfplatz und hoffen weiter im Westen wird es besser.

Jesuitenfort und weiter gen Norden

Saint-Marie among the Hurons

Die Fahrt führt uns weiter bis an die Georgian Bay, den östlichen Teil des Lake Huron. Die Kilometer ziehen sich immens und wir dürfen nur 80km/h fahren. So kommen wir erst gegen 16 Uhr am Freilichtmuseum an und verlegen den Besuch auf den nächsten Tag. Die Nacht verbringen wir in Victoria Harbour an einem Strandspielplatz.

Das Freiluftmuseum am nächsten Tag fesselt uns. Es ist der Nachbau der im Jahre 1639 gegründeten Jesuitenstation mitten im Huronengebiet. Es diente den Jesuiten als Stätte der Erholung und den christlichen Wendat-Indianeren (Huronen) als Ort der Sicherheit. Die Missionare lebten unabhängig aber im Einklang mit den Indianern, wobei diese ihr Wissen mit den Missionaren teilten.
Die Konflikte zwischen den Wendat und den Irokesen führten dann 1648 zur Zerstörung von Saint-Marie.

Uns wurde hier sehr deutlich mit  Laihendarstellern gezeigt, wie damals in der rauhen Wildnis gelebt und überlebt wurde. Es war sehr beeindruckend.

Wir fahren weiter die Westküste der Georgian Bay hinauf, im Glauben an eine einsame Küstenlandschaft. Dabei landen wir dann am Wasaga Beach, eine Art San Tropez in Kanada. Schnell ergreifen wir die Flucht. Auch die weitere Küste ist auf hunderte Kilometer nicht zugänglich, ein Privatgrundstück am anderen. Irgendwann hinter dem kleinen Ort Big Bay endlich der erste öffentliche Parkplatz etwas abseits vom nächsten Ort.

 

Bruce Peninsula NP

Wir verbringen einen Ruhetag (2 Nächte) auf dem Campingplatz im Bruce NP. Wir beziehen unseren Platz mit Feuerstelle mitten im Wald. Als wir feststellen, dass es keine Duschen gibt ist Sohn M erstmal sauer, wir behelfen uns mit einem Bad im See und zum Haare waschen mit der Campingdusche hinterm Auto. Abends sitzen wir gemütlich ohne Bier (keines gekauft) am Campfire.

Fähre nach Manitou Island
Von Tobermory nehmen wir am nächsten Morgen die Fähre hinüber nach Manitou Island, auch Manitoulin genannt. Wir haben zwar nicht reserviert, was empfohlen wird, aber wir haben Glück und die Fahrt zur Welt größten Süßwasserinsel findet mit uns statt. Um 13 Uhr geht die Fähre und nach 2 Stunden sind wir drüben und es ist alles anders, viel weniger Häuser, die Orte viel kleiner und kein Walmart mehr. Wir fahren noch bis Espanola dann ist auch schon wieder Abend.