Sensationelle Landschaften in Utah

Reisezeitraum:   7.10. – 14.10. 2018

Probleme:  keine

Strecke: ca. 550 km

Gesamtstrecke: ca 26000km


 

Bryce Canon und Kodakchrome State Park
7.10. – 9.10.

Um zum Bryce Canon zu kommen, müssen wir erst zurück nach Kanab fahren. Dies nutzen wir um unsere Vorräte zu ergänzen, zu tanken und eine Dumpstation anzufahren. Das Wetter ist schlecht, es regnet und ist kalt. Der Wetterbericht sagt bis Donnerstag nichts gutes. Egal, jetzt sind wir hier und machen das auch. Die Fahrt geht durch den wunderschönen Red Canyon. Wir drehen danach jedoch um und finden nur wenige km davor einen ruhigen Übernachtungsplatz auf BLM Land. Morgens, als wir aufbrechen hat es dann 2°C und Schneetreiben. Wir fahren mal eben in den Bryce NP rein, haben ja einen Jahrespass für die NPs, und sehen vom Sunset Point hinunter in den Canyon.

Das Wetter ist jedoch so schlecht, das wir das abbrechen. Den Nachmittag verbringen wir 3km vor dem NP im Nationalforest (NF) mit lesen.

Am nächsten Morgen, wie auch noch mal am Tag darauf, sind wir bald auf den Beinen und fahren frühzeitig in den Park, mal wieder wegen der Parksituation. Mit Recht, den im Nu sind die Parkplätze an den Aussichtspunkten belegt.

Das Wetter hält heute, auch wenn es kalt ist. Die Ausblicke auf die Erosionslandschaft sind sensationell. Wir machen einen kleinen 1,5 Std Trail quer durch die Landschaft und fahren mittags dann noch ans Ende des 18mi langen Parks. Da kommt dann sogar die Sonne raus und beleuchtet die Winterlandschaft.

Abends stehen wir wieder im NF vor dem Park. Diese Nacht wird es noch kälter, denn es klart auf. Morgens ist alles gefroren, dafür aber knallblauer Himmel.

 

Ungeplanter Weise fahren wir noch mal in den NP – schön wenn man Zeit hat – und genießen die Szenerie bei Sonnenschein.

Ach ja, getroffen haben wir Heribert und Sabine aus Würzburg, die Sohn M und ich bereits am Mt. Saint Helens getroffen hatten.

Nachmittags fahren wir dann 30km hinüber in den Kodakchrome State Park auf den Campingplatz, genießen die Superdusche und machen anschließend noch eine nette Wanderung durch die farbenfrohe Landschaft.

 

Hole in the Rock Road, HW12, Bullfrog Road und Capitol Reef NP
10.10. – 14.10.

In Escalante holen wir uns ein Permit für’s Wildcamping im Grand Escalante Staircase National Monument (GSENM), denn wir wollen die „Hole in the Rock Road“ fahren. Diese führt 100km in den Park hinein und es gibt immer wieder fantastisch Gesteinsformationen, Slot Canyons u.a. zu sehen. Zuerst fahren wir bis „Devils Garden“ auf guter Gravel and Dirt Road. Dort begeistern uns die wie hingezauberten Gesteinsfiguren, die sich uns im Abendlicht präsentieren.

 

Nachts schüttet es leider aus allen Rohren. Wir warten morgens noch bis 11 Uhr, es hört zwar auf, aber weiter fahren macht auf der Lehmpiste keinen Sinn. Selbst wenn wir durchkommen – na klar mit einem Defender – sind die Slot Canyons voll Wasser und andere Sehenswürdigkeiten auch nicht zugänglich. So fahren wir zurück nach Escalante, wo wir dann den Carwash nötig haben.

Danach geht es bei mittlerweile Sonnenschein auf dem HW12 Richtung Boulder. Es soll die schönste Straße in USA sein, – American Road. Zuerst nichts besonderes, doch dann, der Hammer, sensationell.

Abends stehen wir im NF mit Blick auf Escalante Country und ein Gewitterregen überschüttet uns. Wir backen ein Brot 😉

 

Nach dem Regenguß in der Nacht, fahren wir von Boulder aus den asphaltierten Burr Trail. Der Asphalt endet an der Grenze des Capitol Reef NP und geht dort dann in eine Piste über. Das Wetter hat sich gemacht, es ist trocken und so fahren wir die Burr Trail Switchbacks hinunter in das Waterpocket Tal und dort die Bullfrog Road hinauf nach Norden.

Die Landschaft ist sensationell – Hammer – wurde unser Freund „Neger“ sagen. Die Asphaltstraße führt zuerst durch den Red Rock Canyon, der mit seinen knallroten Farben uns schon sehr beeindruckt. Aber dann erst die Bullfrog Road nach Norden, mittags, die Sonne im Rücken. Die Farben sind der Wahnsinn.

 

Wir bleiben2 Nächte im NP auf dem kleinen Cedar Mesa Camping (5 Plätze, 1 Plumpsclo, umsonst)  und machen am fahrfreien Tag eine 3 Stunden Wanderung in einen anderen Red Canyon. Das Wetter ist angenehm, 18°C im Schatten, blauer Himmel und kräftige Sonne.

 

Morgens fahren wir den Rest der Bullfrog Road nach Norden. Zurück auf Asphalt besuchen wir den Visitor Center im Capitol Reef NP. Die Road zum Cathedral Valley im Norden des Parks soll aufgrund starker Regenfälle unpassierbar sein. Dies bestätigen uns am Nachmittag auch 2 Schweizer, die wir treffen. Sie sind mit ihrem Iveco nur mit Hilfe von Sandblechen die schmierige Piste bergab gekommen. Das brauchen wir also nicht.

Dafür machen wir 2 wunderschöne Wanderungen im NP. Wir besuchen auf einem 2,5 Std Trail den Cassidy Arch und nachmittags dann noch die Hickman Bridge. Wunderschöne Farben und wilde Landschaft begleitet uns den ganzen Tag.

 

Las Vegas und erste NP

Reisezeitraum:   24.9. – 5.10. 2018

Probleme:  keine

Strecke: ca. 600 km

Gesamtstrecke: ca 25000km


 

Las Vegas

24.09. – 27.09

In der Sierra vor Las Vegas auf 1200m sind Sohn M und ich 3 Nächte gestanden. Wir waren etwas zu früh dran für unser Hotel. Alles in allem gesehen haben wir aber ein gutes Timing, sind wir doch 25000km und 4,5 Monate unterwegs und sind für den Termin Las Vegas nur 3 Tage zu früh.

Am 24.9. geht es dann hinunter nach LV, wir haben einiges zu erledigen: Dumping. Bettwäsche waschen, tanken und Gastank füllen. Dank iOverlander finden wir alles, auch wenn wir kreuz und quer durch die Stadt fahren. Die Hitze ist wieder enorm.

Von unserem Hotel sind wir angenehm überrascht, kein Comfort, aber für 175 Euro 4 Nächte voll o.k. Mit Pool den wir dann am Nachmittag auch gleich nutzen.

Abends stürzen wir uns dann auf den Strip, 1,5km vom Hotel entfernt. Laufen Richtung Norden, schauen uns „Paris“, Venedig“ und die Vulkanshow vor dem Mirage an und gehen essen. Anschließend noch die Wasserspiele vor dem Bellagio, dann sind die Füße platt.

Am nächsten Tag fliegt Sohn M nach Hause. War eine tolle Zeit die 4,5 Monate zusammen auf Tour. Vielen Dank an Dich, für deine Geduld, deine Unterstützung und deine Coolness. Ich freue mich auf unser Wiedersehen und die Fahrt nach Mexico.

Ein Tag war ich allein, dann habe ich Frau S am Flughafen abgeholt. Sie saß 1 Stunde in der Emigration fest, weil Sie angegeben hat, dass sie mit mir im Wohnmobil fährt. Erst als man auch mich im Computer gefunden hatte (schau mal an!) war es o.k.

Tags darauf ging dann die Fahrt mit neuem Beifahrer los.

 

Valley of Fire

Seit langem sind wir in Kontakt mit Brigitte und Gottfried, die wir in Whitehorse – Yukon getroffen hatten. Nun soll ein Treffen klappen. Sie haben einen schönen Campingplatz im Valley of Fire gefunden, rund 100km westlich von Vegas.

Montag morgen, Frau S hat 10 Stunden geschlafen, nehmen wir noch ein „Continentalfrühstück“ ein (läbrige Toast und kalte Eier) und dann geht’s los. Da der Kühli komplett leer und abgetaut ist, geht es erstmal in den Walmart.

Wir fahren die 169 entlang des Mead Lake durch karge Landschaft, halten hin und wieder kurz an und biegen dann ab ins Valley of Fire. Die Sonne brennt, es hat 36°C und wir schwitzen ordentlich. Brigitte und Gottfried haben uns einen schönen Platz frei gehalten, der morgens noch lange Schatten hat.

Wir verbringen 3 Nächte dort mit faulenzen und zur Aklimation von Frau S. Nur am 2. Tag machen wir morgens eine Fahrt hinüber auf den Scenic Drive, was dann auch echt klasse ist. Die Landschaft presentiert sich in allen Farben, von gelb bis lila.

 

Zion National Park

Über St.George (noch mal Küli auffüllen und tanken) fahren wir Richtung Zion NP. Ein paar km vorher verbringen wir die Nacht auf BLM-Land nahe eines Baches  um früh morgens wegen der Parksituation in den Park zu fahren. Bereits einige km vor dem Park zeigen Leuchttafeln an das die Parkplätze voll sind. Wir probieren es trotzdem und finden auch locker Platz.

Mit dem Shuttlebus fahren wir einige Sightseeing Points an, wandern ein bischen und sind am frühen Mittag zurück am Auto.

Wesentlich besser als der Park, hat uns jedoch die Ostausfahrt aus dem Park am Abend gefallen. Die Felsformationen, Farben und Formen sind sensationell.

 

 

Grand Canyon North Rim

Wir machen einen kurzen Abstecher Richtung Coral Pink Dunes State Park, drehen dann aber um und fahren über Kanab die Schotterpiste 109 Richtung Tuweep, das am Nordrand des Grand Canyons liegt. Während der Mittagspause les ich noch mal das Infoblatt durch und sehe, das ohne Permit campen dort nicht erlaubt ist. Also 30 Miles zurück nach Kanab. Dort gibt es das Permit aber nicht!

Wir übernachten nahe Kanab und beschließen morgen früh an der Verlosung für das Permit für die Wave teilzunehmen. Leider haben wir kein Glück.

Da es heute Nacht ordentlich geregnet hat, lassen wir die 109 nach Tuweep aus, da diese zum Schluß dann sehr matschig wird. Wir fahren über Fredonia und Jacob Lake zur North Rim. Ab Jacob Lake sind wir über 2000m und fahren durch einen wunderschönen Wald in dem die Birken in hellen Herbstfarben leuchten. Das hätte ich so nicht erwartet. Der Wald reicht bis auf 2700m und bis an die Kante des Grand Canyon.

Abends stehen wir im National Forest mit Blick auf den Canyon ganz allen im Wald – klasse. Morgens hat es draußen dann nur 4°C, na wir sind auf 2700m. Im Auto ist es mit 12°C ohne Heizung immer noch angenehm zum schlafen.

Das Wetter ist heute besser, so fahren wir noch mal in den Park. Wir besuchen den Point Imperial, mit 2683m der höchste Aussichtspunkt über dem Canyon. Wir machen eine 2 Std – Wanderung und stehen dann nachmittags gemütlich am Cape Royal dem Ende der Straße in der Sonne. Die Mittagssonne macht dann auch tolle Farben im Canyon.

Yosemite, Alabama Hills und Death Valley

Reisezeitraum:   15.9. – 24.9. 2018

Probleme:  keine

Strecke: ca. 1500 km

Gesamtstrecke: ca 24500km

Yosemite und Alabama Hills

15.09. – 19.09

Von unserem genialen Übernachtungsplatz starten wir morgens und fahren von Osten in den Yosemite NP, der vor allem in der Kletterszene wegen seine 1000m hohen Granitwände bekannt ist. Aber der Park bietet mehr als nur Klettertouren.

Die Fahrt geht von 1200m über dem Meer erst hinauf auf den Tioga Pass mit über 3000m Höhe. Dort oben ist der offizielle Parkeingang. Gut das wir jetzt schon hier sind. Ab Ende September kann es passieren, dass die Straße wegen Schnee gesperrt ist. Vom Parkeingang schlängelt sich die Straße 50km durch sagen hafte Landschaft, links und rechts tlw. Wald (auf 3000m !!) und immer wieder rund geschliffene Granitberge. Wir machen eine kleine Wanderung auf den Lembert Dome und haben von oben eine tolle Aussicht.

 

Auf der Westseite verlassen wir den Park und übernachten im National Forest auf einem Waldplatz. Am nächsten Morgen, wir haben mal wieder schlechtes Timing, denn es ist Samstag, stehen wir um 5:45 Uhr auf und fahren 1 Stunde ins Yosemite Valley. Aus der Erfahrung vom Lake Luis in Kanada sind am Wochenende die Parkplätze sehr früh am Tag voll. Nichtso hier. Wir frühstücken und als wir um 9 Uhr unsere Wanderung beginnen ist der Parkplatz immer noch leer (mittags war dann aber Raschhour).

Wir wandern zum Mirror Lake unterhalb des Halfdome, der sich darin spiegeln soll, was aber mangels Wasser nicht so ist. Mittags machen wir lange Pause im Olli, und fahren nachmittags dann mit dem Shuttlebus in die andere Richtung des Tales um noch mal eine Wanderung, diesmal zum El Capitan zu machen.

Bevor wir abends das Tal verlassen, fahren wir hinauf zum Tunnel-View um die berühmte Sicht ins Valley in den Chip zu brennen. Wir übernachten wieder auf dem Waldplatz im Westen.

 

Tags darauf fahren wir wieder quer durch den NP hinüber in den Osten und stehen abends wieder in der Nähe des Mono Lake.

In Lee Vining am Mono Lake haben wir morgens im Visitorcenter Telefonkontakt mit zuhause, bevor die Fahrt dann weiter nach Süden geht.

Laut Reiseführer lohnt sich ein Abstecher von der 395 zu den Devils Postpile, erstarrte Lava in Form von Basaltsäulen. Der Abstecher entpuppt sich als 30km Umweg einfach hinauf in die Berge. Aber es hat sich gelohnt.

 

Dann geht die Strecke hinunter ins Owens Valley und wir verlieren ordentlich an Höhe. Unten auf 1200m ist es wesentlich wärmer, aber die Luftfeuchtigkeit liegt bei 20% und so sind die 30°C ganz angenehm zu ertragen.

In Bishop machen wir noch mal Großeinkauf, übernachten außerhalb um dann am nächsten Tag weiter südlich in die Alabama Hills zu fahren. Dort übernachten wir 2x auf dem gleichen genialen Platz und genießen die Ruhe, Wärme und die geniale Landschaft. Aber seht selbst.

 

Death Valley

20.09.- 21.09.

Von den Alabama Hills, wo wir wirklich schön gestanden sind und auch angenehm kühle Nächte hatten, fahren wir morgens runter nach Lone Pine. Ein verschlafenes kleines Nest, aber mit McDonalds (kurz mal Telefonieren) und einem prima Carwash für den Olli.

Dann geht es hinüber ins Death Valley. Dort wollen wir heute nur bis zum Camping „Wildrose“ fahren, der noch außerhalb auf 1200m liegt. Nach einer erhofften weiteren kühlen Nacht soll es dann ganz früh morgens hinunter in den Backofen gehen.

Aber wir haben uns mal wieder in den Entfernungen und der benötigten Zeit verschätzt. Um den Camping zu erreichen müssen wir erst über einen ersten Pass ca 1200m (bis dahin 70km) und von dort hinunter nach Panamint Springs ins Panamint Valley fahren. Als wir dies sahen haben wir es zuerst fürs Death Valley gehalten, aber von dort geht es wieder hinauf auf den Towne Pass 1511m (weitere 35km). Vom Pass geht es wieder hinunter auf ca 400m Meereshöhe und von dort dann wieder einsame 34km hinauf zum Camping in 1200m Höhe.
Und die Sonne brennt, es stehen teilweise 40° Außentemperatur an. Mit den Stopps an Aussichtspunkten vergeht weiter Zeit in der wir schwitzen und so kommen wir erst gegen 18 Uhr am Camping an, der zu dieser Zeit noch leer ist. Dies ändert sich am Abend dann.

 

Die Nacht ist herrlich kühl und so starten wir am nächsten Morgen bereits um 6 Uhr vor Sonnenaufgang. Ziel ist spätestens gegen 11 Uhr das Tal zu verlassen.

An unserer der Strecke liegen die Mesquite-Flats Sand Dunes, der Aussichtspunkt Zabriskie Point und Badwater. Badwater ist der tiefste Punkt im Valley mit -86m unter Null, dort hat sich eine große Salzfläche gebildet. Die Anfahrt hat sich für alle 3 Punkte gelohnt, die Strecke haben wir wieder unterschätzt. Bis Badwater allein sind es vom Camping 110km und von dort über die Badwater Road zum Südausgang des Tales noch mal 90km. Das wird dann wieder zum Backofen. In Soshone auf der Ostseite machen wir unter dem ersten Baum, den wir finden eine kleine Mittagspause. Dann fahren wir noch mal 30km bis Pahrump, wo wir uns zum runterkühlen 2 Stunden im McDonalds aufhalten (Cola 1 Dollar so viel man will).

 

Auch in Pahrump brennt die Sonne nun, es hat ebenfalls 40°C und wir benötigen einen kühlen Stellplatz für die Nacht. Der zuerst anvisierte RV-Park im Ort wird verworfen und wir fahren hinauf in die Sierra Richtung Las Vegas wo wir auf 1200m einen ordentlichen Platz finden. Nachts kühlt es dann auch gut ab.

Klasse Tag aber einfach zu heiß!!

 

 

 

 

 

Weiter nach Kalifornien

Reisezeitraum:   4.9. – 14.9. 2018

Probleme:  keine

Strecke: ca. 1100 km

Gesamtstrecke: ca 23000km


 

Von der Küste führt uns die Reise wieder ins Landesinnere. Nacheinander besuchen wir innerhalb einer Woche 3 Nationalparks.

Im Crater Lake NP gehen wir eine kleine Wanderung entlang der Kraterkante. Der Kratersee entstand durch Zusammenbruch eines mit Gletscher bedeckten Vulkans. Der See hat weder Zu- noch Abflüsse und wird nur durch den Regen und Schnee gespeist. Deshalb ist das Wasser ziemlich sedimentfrei und man kann tief hinunter blicken in den absolut klaren 600m tiefen See. Normalerweise, doch heute hängt wieder mal Rauch in der Luft.
Mittags treffen wir dann Thomas und Andrea aus Waldshut. Wir fahren gemeinsam aus dem Park auf einen netten Platz im National Forest, wo wildcamping erlaubt ist und verbringen einen netten Abend zusammen.

 

Weiter geht’s es durch den Lava Beds National Monument, wo wir ein paar Lavatubes besuchen (erkaltete Lavaströme die Hohlräume gebildet haben), hinunter zum Lassen Volcanic NP. Hier fahren wir erst von Nordosten ein und besteigen dort den Cinder Cone, einen Aschevulkan. Von dort haben wir mittags eine tolle Sicht auf die Painted Dunes. Übernachtet wird wieder im NF außerhalb des Parks auf einem FREE Campground. Morgens ist es kalt, 7°C zeigt das Außenthermometer an, na wir sind auch auf 1700m.

Auf der Suche nach einem netten Platz, wo wir, möglichst am See in der Sonne einen Ruhetag einlegen können, führt uns die iOverlander App hinauf in die Sierra Nevada. Von der Abzweigung an der Asphaltstraße geht es 18km, tlw. auf übelster ausgewaschener Piste hinauf auf über 2000m an den Taylor Lake. Wunderbar einsam stehen wir hier 2 Nächte. Hätten wir allerdings vorher gewusst was das für eine üble Piste ist, wären wir woanders hin gefahren.

 

Frisch ausgeruht fahren wir weiter gen Süden. Nach einem Einkauf in Carson City steht Virgina City auf dem Programm. Wer kennt es nicht, aus der Bonanza Serie aus den 70er mit Ben, Hoss und Little Jo und der Ponderosa Ranch. Heute ist es ein Touristendorf, aber trotzdem sehenswert.

 

Seit 2 Tagen hat sich nun auch die Landschaft total verändert. Wir sind auf der Ostseite der Sierra Nevada, wo Trockenheit und wüstenähnliche Landschaft vorherrscht. Auf der Strecke liegt der Mono Lake, in dessen Nachbarschaft wir eine ruhige Nacht verbringen bevor wir am nächsten Morgen den Tuffsteingebilden am Südufer einen Besuche abstatten. Diese haben sich durch unterirdische Quellen und Salzablagerungen gebildet. Der See hat keinen Abfluss und so ist der Salzgehalt doppelt so hoch als im Meer.

 

Besuch in Seattle und NP in Washington

Reisezeitraum:   23.8 – 3.9. 2018

Probleme: Druckregelventil an Einspritzpumpe defekt

Strecke: ca. 1300 km

Gesamtstrecke: ca 21000km


 

Besuch in Seattle

23.08. – 28.08

Bevor wir die Grenze überqueren gehen wir in Abbotsford noch in Hallenbad. Eine Runde schwimmen und duschen, wir wollen doch einen ordentlichen Eindruck machen. Aber es hilft nichts. Wir haben extra Abbotsford als Grenzübergang ausgesucht, wird er doch von vielen Overlandern empfohlen weil er nicht so groß ist. Wir müssen auch nicht lange warten bis wir vorfahren dürfen und die Überraschung beginnt.

Der Officer interessiert sich nicht für Waffen, Alkohol, Fleisch oder Früchte – NEIN – seine einzige Sorge ist das Auto. Wie kommt ein deutsches Auto nach Amerika, was ist „WN LR 130“, wie können wir nachweißen das es unseres ist, woher soll er wissen, dass wir es in USA nicht verkaufen, haben wir Zollpapiere. Lauter Kram, als wenn wir die ersten Europäer mit eigenem Auto an dieser Grenze wären. Letzt endlich schreibt er nur die Fahrgestellnummer ab, ob er die weiter verwendet erschließt sich uns nicht. Fahrzeugpapiere will er keine sehen und plötzlich dürfen wir weiter fahren. So ein Simpel!

Weil wir am Montag im Norden Seattles einen Werkstatttermin mit Olli bei einem Landroverspezialisten haben und dies auf der Strecke liegt fahren wir dort schon heute mal vorbei. Dies stellt sich als gute Idee heraus, ist die Werkstatt doch umgezogen. Wir finden „Larmona Garage“ und Gord’n und besprechen was am Montag alles zu tun ist. Dann machen wir uns auf, Bekannte in Auburn südlich Seattle zu besuchen.

Wir werden herzlich aufgenommen, verbringen 5 Tage / Nächte dort, besuchen Parks in Seattle, werden herrlich bekocht und genießen das nichts tun. Vielen vielen Dank an Cindy, Steve und die Kinder Rachel, Even und Enkelkinder John und Isaak. Solltet ihr wieder nach Deutschland kommen müsst ihr uns besuchen.

Am Montag fahren wir dann nach Nordseattle zu Gord’n und er macht wirklich einen hervorragenden Job. Jetzt ist Olli wieder fit für die nächsten Monate. Danke Gord’n und Dank auch an Ecki aus Backnang, der uns den Tipp gab.

 

NP Mt. Rainier und Mt Saint Helens

29.8. – 3.9.18

Unser nächstes Ziel ist der NP Mt. Rainier. Der Berg ist einsame Spitze, überragt der noch aktive vergletscherte Vulkan seine Umgebung doch um 2500m. Mit insgesamt knapp 4400m ist er außer dem Denali in Alaska der höchste Berg in Nordamerika (ich hoffe das stimmt).

Das Wetter hält 2 Tage und wir verbringen diese dort mit wandern. Am 3.Tag zieht der Himmel zu und wir fahren bei Nebel auf die Südseite zum „Grove of the Patriarchs“, immerhin knapp 100km, um dort uralte riesige Bäume (Red Canada Cedar o.s.ä) zu besichtigen. Dann geht es weiter zum Mt. Saint Hellens.

 

Die Fahrt hinauf zum Johnson Observatorium am Mt. Saint Hellens fahren wir durch dichten Nebel. Oben ist es noch kalt, erst langsam kommt die Sonne durch und wir sitzen und warten lange auf freie Sicht auf den Vulkan. Am frühen Nachmittag ist es dann soweit, die Wolken geben die Sicht frei. Mittlerweile sind auch Heribert und Sabine aus Würzburg eingetroffen, die wir hier das erste Mal treffen.

Wir fahren auf die Südseite des Mt. Saint Hellens, was bedeutet wir müssen erst ganz nach Westen, auf den Highway nach Süden und dann wieder nach Osten in den Park – satte 160km.

Dort besuchen wir kurz die Lava-Tubes, eine 2km lange Lavahöhle. Wir sind aber nur eine halbe Stunde dort, ist doch draußen das Wetter sensationell, was sollen wir da in der Höhle? Dann geht es hinauf zur Windy Ridge, einem Aussichtspunkt auf den Spirit Lake und den Vulkan. Hat sich wirklich gelohnt, wir gehen auch 2 Std spazieren dort oben.

Am Spätnachmittag fahren wir südwärts zum Columbia-River, Ziel ist jetzt die Küste von Oregon. Die Straße windet sich durch unendliche Wälder, durch die von oben kaum Sonne dringt. Bei Carson erreichen wir den beeindruckenden Fluss und finden nach einigem Suchen auch bei Bonneville einen Platz für die Nacht.

 

Das SCV-Valve und ein Sack Nüsse

Es hat sich schon in den Wäldern des Mt. Helens angedeutet. Beim Gasgeben tat Olli als wenn man einen Sack Walnüsse schüttelt, es knatterte fürchterlich, aber nicht immer. Wir schoben es zuerst auf den Sprit, tankten bei Shell und am nächsten Tag war es besser. Vermeintlich. Als dann beim Hochschalten für Sekunden der Schub wegblieb war der Übeltäter lokalisiert. Dies hatten wir auf der Fahrt nach Marokko 1x und auf der Fahrt nach Island auch 1x. Damals hab ich gründlich im Internet recherchiert und dank dem Landrover-Forum die Lösung gefunden. Zum Schluss war dann noch die stark schwankende Leerlaufdrehzahl, bis zum ausgehen 1x.

Auf dem Parkplatz heute morgen haben wir dann das Druckregelventil an der Einspritzpumpe gewechselt und ich hab mir dabei fast die Finger gebrochen, man kommt kaum ran an die 2 Imbusschrauben. Dann mit dem OBD-Gerät das neue Ventil noch an die Motorelektronik angepasst und schon schnurrt der Olli wieder wie ein Kätzchen. (Das SCV-Valve hatten wir als Ersatzteil dabei ;-))

 

Die Küste von Oregon

Die Oregonküste mit ihren Meilenlangen Stränden und dem rauschenden Pazifik erreichen wir bei Tillamook. Wir fahren 2 Tage langsam die Küste entlang, reparieren Olli am Laborday in Lincoln City auf einem Parkplatz und beobachten am gleichen Tag zum Ausgleich und Entspannung Wale. Zwei Nächte verbringen wir auf einem Camping nahe Strand (und Hwy ;-(  ) südlich von Walpart.

Reisen geht auch anders

Reisezeitraum:   12. – 23.August 2018

Probleme: keine

Strecke: ca. 1800 km

Gesamtstrecke: ca 19500km

Auch Reisen kann manchmal nicht so toll sein, wie sich in diesen Tagen heraus stellte.

Verwöhnt von den Erlebnissen in Yukon, der herrlichen Landschaft, der Einsamkeit mit Grillfeuer ab Abend, fahren wir morgens nach kleinem Einkauf in Stewart los. Von Stewart zum Stewart Cassiar HW im Landesinneren sind es rund 50km. Auf halber Strecke kommen uns wieder Jens und Silke entgegen. Ein kurzes Schwätzchen muss sein, dann fahren die beiden weiter. Wer weiß wo wir uns das nächste Mal sehen, wir freuen uns schon darauf.

Bei uns geht es auf dem HW gen Süden, leider begleitet uns ab der Kreuzung in Meziadin Junction auf dem HW beständig Rauch von irgendeinem Waldbrand in weiter Ferne. Und das wird die nächsten 9 Tage so bleiben. Wir schließen die Fenster und stellen die Lüftung auf Umluft, nur wird es so stickig und warm im Auto. Also Klimaanlage an – auch keine Lösung. Armer Olli, der muss die Luft atmen und arbeiten, aber wir haben die Gewissheit das die Luft aus dem Auspuff weniger Feinstaub als die Umluft enthält ;-)) – Stuttgart lässt grüßen.
Man stelle sich mal vor was unsere Ökos sagen würden, wenn auf einer Fläche wie Deutschland Rauch stehen würde, na das wäre ein Thema!

Die Landschaft wird langweilig, was auch im Reiseführer steht, aber es gibt keinen anderen Weg in den Süden. Wir finden ein paar nette Übernachtungsplätze dank der iOverlander App. Auf der Strecke liegt Old Hazelton – gibt aber nichts her und ein kleine Canon in Mauricetown wo die First Nation noch auf traditionelle Art fischen darf – gibt auch nichts her. In Prince George machen wir mal wieder einen Großeinkauf, endlich wieder eine ordentliche Auswahl, auch Obst zu vertretbaren Preisen. Dann wird die Suche nach Motoröl belohnt, 5W-30 ASEA B5 – na endlich.

 

Am nächsten Tag fahren wir nach Barkerville, 60km neben der Strecke. Barkerville ist eine alte gut erhaltene Goldgräberstadt aus der Jahrhundertwende (der vorletzten). Über 100 gut erhalten Häuser, von der einfachen Goldgräberhütte mit Bärenfell vorm Bett, über Apotheke, Zahnarzt, Saloon, Chinesenviertel, alles vorhanden. Sogar eine Postkutsche fährt durch den Ort und Statisten sind in Orginalkleidern auf der Straße! Das hat sich gelohnt.

 

Tag darauf gehen wir in Quesnel ins Hallenbad, Bewegung, das tut gut!

Dann fahren wir in Williams Lake von der 97 rechts ab in die Pampa, eine Empfehlung von Jens. Leider ist das die ersten 60 Schotterkilometer wenig erquicklich. Teilweise Wellblech wie in Island, und immer noch keine Sicht wegen des Rauchs.

Doch am nächsten Tag wird es schöner, die Sicht ist etwas besser und die tolle Landschaft des Frasercanons lässt sich erahnen. Wir sind rund 1000m hoch, es ist eine karge und trockene Gegend, trotzdem wird hier Viehzucht betrieben. Am Big Bar Lake PP finden wir einen Stellplatz oberhalb des See, wir sind allein. Eine herrliche Ruhe nach den letzten 6 Tagen Kurbelei.

Hier wollen wir 2 Tage Pause machen, aber am nächsten Morgen ist die Luft schon wieder rauchgeschwängert – also geht es weiter. Auf der 99 kurz vor Lillooet halten wir für einen Fotostopn und wer kommt da angerauscht – Jens und Silke. Haben sie doch unweit von uns ebenfalls an einem See übernachtet.

Gemeinsam fahren wir nach Lillooet zum Kaffee trinken und dann auf einen Stellplatz der Stadtwerke (kostenlos). Abends können wir noch herrlich im Stausee baden.

 

Matze und ich verbringen 2 weitere Tage etwas weiter südlich am Lillooet Lake bevor wir nach Vancouver fahren. Dort besuchen wir das Vanaqua (Zoo für Fische) und machen einen Stadtbummel durch Vancouver Downtown. Das Wetter spielt mit, es ist heiß und einigermaßen klar. Wir übernachten im Stadtgebiet recht ruhig dank an iOverlander  App.

Dann geht es in die USA – siehe nächster Bericht.

 

 

 

 

 

Kanufahren und Lachse gucken

Reisezeitraum:   1. – 11.August 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht repariert

Strecke: ca. 1500 km

Gesamtstrecke: ca 18000km


 

Drei Stunden haben wir nach Bären Ausschau gehalten und uns nett mit jemand aus Deutschland unterhalten. Dann sind wir los, wieder zurück Richtung Haines Junction. Wir genießen wieder das tolle Panorama, diesmal aus der anderen Richtung und fahren noch mal an den CP am Dezadeash Lake. Mit Feuer und draußen sitzen wird es am Abend dann nichts, der Wind bläst uns fasst weg.

Die nächsten 2 Tage verbringen wir in Whitehorse mit Besichtigung der längsten Fischtreppe der Welt und dem Miles Canon, wir gehen ins Hallenbad (mmmh klasse) und machen Großeinkauf. Wir suchen vergeblich passendes Motorenöl für einen langsam notwendigen Ölwechsel, aber Dieselöl in der geforderten Qualität gibt’s nicht. Wir treffen Brigitte und Gottfried mit ihrem Hymer, die kein Ersatzrad dabei haben. Wir unterhalten uns prima und verbringen einige Zeit miteinander.

 

Dann wollen wir die Vorderreifen drehen lassen, was einen separaten Bericht rechtfertigt.

Von Whitehorse fahren wir südwärts Richtung Carcross in eine kleine Sandwüste, die uns total begeistert. Mitten im Yukon sieht es aus wie am Rand der Sahara. Hier verlieren wir auch Gottfried und Brigitte., Abends an unserem versteckten Stellplatz aus iOverlander tauchen dann andere sie plötzlich auf – Birgit und Jens. Jens ist in Kleinaspach aufgewachsen. Gemeinsam verbringen wir einige schöne Tage miteinander, fahren nach Wattson Lake und an den Boya Lake wo wir 2 Nächte bleiben. B+J haben ein Boot dabei, das wir mal benutzen dürfen, schöne Sache auf dem karibikblauen See zu paddeln.
Abends kommen dann auch noch Ole und Uta aus Zittau dazu.

 

Nach 2 Nächten an dem wunderschönen Boya Lake fahren wir in einer Tagesetappe bis kurz vor Stewart hinunter (450km). Die ersten 150km begleitet uns Rauch vom Waldbrand am Telegraph Creek – 200km entfernt. Aber der Kreuzung dahin wird es dann schlagartig besser.

In Stewart müssen wir einen Regentag überbrücken, es gießt aus allen Eimern. Am Tag darauf wieder super Wetter. Wir fahren hinüber nach Alaska, ja hier ist die südlichste „Stadt“ in Alaska, nur über Kanada erreichbar. A, Salmon Creek sind wir schon früh morgens und bestaunen die vielen vielen Lachse die sich im Bach bergauf mühen. Mann da mal die Angel reinhalten! Aber Bär will sich uns keiner zeigen. Wir stehen uns 3 Std die Füsse in den Bauch und fahren dann hinauf zum Salmon Glacier. Es geht 30km auf Schotterpiste das Tal hinter und den Berg hinauf. Dann stehen wir auf 1200hm und bereits gute 500m über dem riesigen Gletscher, der hier bis auf ca. 700m über dem Meeresspiegel hinunter reicht.

Abends haben wir dann auch noch Glück und sehen einen Grizzly beim Lachs fangen zu. Er knappert den dann an und lässt den Rest liegen ;-((

Top of the World Highway + Haines Highway

Reisezeitraum:  25. – 1.August 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht immer noch kaputt
(passendes Werkzeug fehlt)

Strecke: ca. 1250 km

Gesamtstrecke: ca 16000km

Bericht

Top of the World Highway nach Alaska
25.7. – 27.7.2018

Wir verlassen morgens den CP in Dawson und fahren noch mal mit der Fähre über den Yukon. Nach einem Chat mit zuhause geht es dann auf den „Hausberg“ von Dawson, von wo man eine tolle Aussicht über die zerwühlte Landschaft hat. Mittlerweile ist aber viel wieder überwachsen.

Den Bonanza Creek, wo 1897 die ersten Gold Funde gemacht wurden lassen wir uns auch nicht entgehen. Wir schauen uns dort den größten (wie alles hier 😉 ) jemals gebauten Schwimmbagger an, der bis 1966 in Betrieb war. Ich frag mich nur wo der geschwommen sein soll? Na jedenfalls liegt er jetzt auf dem Trockenen.

Zurück geht es wieder über den Yukon und dann fahren wir den Top of the World HW. Der heißt so, weil er beständig entlang eines Höhenzuges verläuft, immer zwischen 1000 und 1200 Höhenmeter. In diesen nördlichen Gegenden sieht man dann gleich das die Vegetation eine andere ist als im Tal.

Und die Fahrt hält was der Reiseführer verspricht. Immer wieder grandiose Ausblicke in die unendlich weite Landschaft, keine Straßen, Dörfer oder Häuser. Das Wetter ist super und wir genießen die Fahrt über die raue Piste. Nach 90km erreichen wir die Grenze nach Alaska, mitten im Nichts an einem Berghang. Die Einreise ist diesmal easy, waren wir doch bereits in den Staaten und der Grenzbeamte ist äußerst freundlich. Keine Fahrzeugkontrolle, hätten wir das gewusst wäre der Einkauf in Dawson anders ausgefallen.

Ab der Grenze ist die Straße für einige Kilometer toll asphaltiert, bevor sie dann doch wieder zur Piste wird. Der erste Eindruck von den USA soll wohl ein guter sein ;-).

Wir finden einen netten Campground am Fluss in dem wir sogar baden. Es ist warm und in der Sonne bekommt man fast einen Stich.

 

Alaska

Dem 50. Staat der USA statten wir nur einen kurzen Besuch von 2 Tagen ab. Aber nicht unerwähnt soll das erste Dorf hinter der Grenze bleiben: Chicken Downtown!

Besteht aus 3 alten Hütten der ersten Pioniere, in denen heute ein Souveniershop, eine Burgerbraterei (mmh war lecker) und ein Cafe im Sommer betrieben werden.

Echt urig.

Im „neuen“ Chicken gibt es allerdings auch noch ein Postoffice, die kommt 2 x Woche per Flugzeug, einen RV-Campground und ein Motell.

Über Tok geht es dann wieder Richtung Kanada, mit Übernachtung an der Strecke.

 

Zurück in Yukon und dann wieder Alaska
27.07. – 31.07

Die Strecke von Tok / Alaska bis Haines Junction / Yukon folgt wieder dem Alaska Highway. Die ersten 200km bis Beaver Creek sind recht eintönig, wenn auch die Weite der Landschaft uns immer noch begeistert. Beaver Creek sind dann auch nur 5 Häuser, 1 Motel und eine Tankstelle. Beaver Creek hat die größte 😉 Goldwaschpfanne der Welt.

Nach weiteren 100 km erreichen wir Burwash Landing, Größe siehe Beaver Creek ;-). Es gibt einen netten Info-Center mit Free Wifi und wir telefonieren mit zuhause.

Dann nach weiteren 50km erreicht der Alaska HW den Kluane Nationalpark und verläuft immer an dessen östlicher Grenze entlang. Die Landschaft wird interessanter, rechts türmen sich hohe, manchmal sogar vergletscherte Berge auf. Die Elias Mountains mit den höchsten Bergen Kanadas sind bis zu 4500m hoch.

Vom Visitorcenter im Kluane NP machen wir eine kleine Wanderung hinauf auf einen Aussichtspunkt. Am Begin des Trail steht ein Gedenkstein, der an den Tod einer Wanderin durch einen Grizzly 1996 erinnert. Und so rufen wir während der Wanderung immer laut Bääärbel!!
Es ist heiß und so drehen wir nach 2 Std wieder um, für die Aussicht hat sich die Plaggerei aber gelohnt.

Der Visitorcenter liegt in einem weiten Flussdelta das in den Kluane Lake mündet. Es ist recht sandig dort, und der Wind drückt immer wieder Wasser in  das Delta, was dann verdunstet, so ist eine richtige Salzschicht auf dem Sand entstanden.

 

Die fahrt geht weiter, am Westufer des Kluane Lake, dem größte See in Yukon. Wir finden einen super Platz zum übernachten, direkt am See.

In Haines Junction (900 Einwohner) starten wir einen vergeblichen Einkaufsversuch. Zwar hat das Kaff 2 Tankstellen, einige Motels, Schule und einen gigantisch großen Visitorcenter (wieder Free WiFI + Tel. nach Hause), aber einen Supermarkt suchen wir vergeblich. Einzig an einer Tankstelle gibt es einen kleinen Store, mit einer sehr begrenzten Auswahl, teuer dazu noch. So wird der Vorrat weiter gestreckt, 4 Mittagessen bringen wir noch zusammen, Brot backen geht noch 3x und Bier haben wir auch noch 2 Büchsen – na geht doch.

Am Dezadeash Lake finden wir 50km weiter einen Traum Campingplatz. Das Wetter ist spitzenmäßig, 25° C leichter Wind, und wir beschließen 2 Nächte zu bleiben. Sogar baden ist möglich, erst ist es etwas frisch, aber dann …klasse!

Am Pausentag (schon wieder) faulenzen wir in der Sonne, baden und genießen die Ruhe, nichts, keine Lärm, kein Radio, klasse!

So langsam müssen wir Gas geben. Ziel ist in der 3. Augustwoche in Seattle bei Steve zu sein. So wie wir zur Zeit unterwegs sind würde das eng werden. Fahren wir die letzten Tage doch max. 150km / Tag.

 

Haines / Alaska

Ab Haines Junction befinden wir uns auf dem Haines HW, der 240 km hinunter nach Haines führt, einer Enklave Alaskas, die nur über Kanada oder mit Schiff oder Boot erreicht werden kann. Die Strecke dort hinunter ist laut Reiseführer eines der schönsten Strecken in Yucon. Und wie wir feststellen ist das ziemlich untertrieben.

Wir starten recht früh morgens (9 Uhr ;-)) am Dezadeash Lake, knallblauer Himmel begleitet uns und wir fahren die bisher schönste Strecke. Zuerst begeistert die Landschaft entlang des Tatshenshini-Alsek Provincal Parks mit vergletscherten Bergen, dann fasziniert der 75 km lange Abschnitt in British Columbia um den Chilkat Pass durch sein herrliches Panorama über einer weiten baumlosen Hochebene.

Ab der US-Grenze folgt die Straße dem immer breiter werdenden Chilkat River bis Haines. Haines, mit 2000 Einwohnern liegt auf einer weit in den Lynn Canal hineinreichenden Landzunge. Die Lage am Salzwasser mit ringsum schneebedeckten Bergen ist einmalig.

Im örtlichen kleinen Supermarkt decken wir uns mit dem nötigsten für 3 Tage ein, dann geht es ans Ende des Chilkoot Inlet zum Bären gucken. Hier schwimmen die Lachse den Fluß hinauf und die Bären warten darauf.

Und schwup, läuft uns doch gleich 10m vor dem Auto eine riesige Grizzlymutter mit 3 Jungen über den Weg und verschwindet im Gebüsch.

Am nächsten Morgen fahren wir recht früh noch mal dorthin, haben aber kein großes Glück.

Campell und Klondike Highway bis Dawson City

Reisezeitraum:  16. – 24.Juli 2018

Probleme: Schalter für Rückwärtsganglicht immer noch kaputt
(passendes Werkzeug fehlt

Strecke: ca. 1200 km

Gesamtstrecke: ca 14500km


Bericht

Gemeinsam mit Bruno und Ursi nehmen wir den Campell Highway unter die Räder. Wir fahren nicht im Konvoi, aber treffen uns immer wieder und verbringen so 3 lustige Tage miteinander.

Der Campell Highway ist wesentlich einsamer als der viel befahrene Alaska Highway. Ab Wattson Lake fahren wir erstmal 150 km und es kommen uns nur 2 Autos entgegen. Zuerst ist noch Asphalt, später eine gute Schotterpiste, die allerdings aufgrund des immer wieder kommenden Nieselregens aufgeweicht ist, so das es eine schöne Schmotze gibt, die unseren Olli einsaut. Auf der Strecke finden sich immer wieder kleinere „Sehenswürdigkeiten“ aus der Zeit der Entdecker und Pioniere.

 

Die Landschaft ist weit und einsam, trotzdem gibt es immer wieder Campgrounds. Plumpsclo und Feuerholz bei 12 C$ (8 Euro) inbegriffen, da kann man nicht meckern Wasser gibt’s im See.

In Faro,bleiben wir 2 Nächte, hier gefällt es uns besonders gut, spricht die Betreiberin vom nett hergerichteten Infocenter doch echtes Bayrisch. Wir haben allerhand zu erledigen, Wäsche waschen, duschen (warm mmmh) Berichte schreiben und hochladen u.s.w. Ja reisen ist kein Urlaub ;-))

Von Faro fahren wir dann wieder getrennt bis Carmacks. Dort gibt es wieder ein nettes Infocenter, welches über die First Nation und die „Eroberung“ des Nordens berichtet. Das ist immer sehr schön anhand alter Bilder erklärt.

 

Ab Carmacks geht die Fahrt endlang des Yukon Rivers, den die Goldsucher Ende des vorletzten Jahrhunderts auch runter gefahren sind, allerdings nicht wie wir auf der Straße. Kurz hinter Carmacks kommen die Five Finger Rapids, jene berühmte Stromschnellen, durch die die Goldsucher auf ihren selbst gezimmerten Flossen hindurch mussten. Es sind fünf Kanäle zwischen den Felsen hindurch, der linke war angeblich der angenehmste zum passieren. Die Raddampfer wurden dort stromaufwärts an einem Stahlkabel gezogen.

Wir campen an Flüssen, machen jeden Abend das obligatorische Lagerfeuer und es ist ab Faro nun auch super Wetter. Nur Bier haben wir mal wieder keines dabei. Das bekommt man hier auch nicht überall.

 

In Carmacks endet der Campell Highway und wir befinden uns nun auf dem Klondike Highway, dem wir bis Steward Crossing folgen. Dort biegen wir ab auf den Silver Trail, der uns noch mal 100km abseits in die Wildnis führt.

Auf dem Silver Trail ergreift uns das Yukonfieber nun vollends. Es ist einfach eine geile Landschaft durch die wir fahren, kaum das wir jemanden oder ein Auto treffen. Von der Abzweigung in Steward Crossing, was selber nur ein Kaff ist, bis Majo sind es knapp 50km, so wie Stuttgart – Heilbronn. Hier kommt auf der Strecke aber nix, im Gegensatz zu Stgt – Hlb !! Majo selber sind ca. 20 Häuser / Hütten, 1 Kirche, 1 Tanke und ein Laden. Alles schön mit viel Platz dazwischen, und natürlich ca. 50 Schrottautos.

Von Majo geht es dann noch mal 50km Schotterpiste nach Keno – eine alte Silberminenstadt. Die Mine ist z.Zt. aber stillgelegt. In Keno ist noch weniger los als in Majo, aber seht selbst.

 

In beiden Orten gibt es ein nettes Infocenter / Museum, wo man die alten Bilder und Gegenstände aus der Entdeckerzeit anschauen kann.

 

Und Internet gibt es auch! Nicht wie in Deutschland, wo rumgeredet wird von wegen schnelles Internet. Hier legt man eben mal 1000km Kabel durch die Wildnis, was solls 😉 Natürlich Free WiFi !

Der Rückweg von Keno führt uns über eine 50km Lehmpiste (es ist die Duncan Creek Road) zurück nach Majo, wo wir uns wieder wie gestern an den Bach am Ortseingang stellen. Es ist warm und bis 23:30 Uhr hell.

Auf einer recht langweiligen Fahrt entlang des Klondike Highway erreichen wir am nächsten Tag Dawson City. Hier treffen wir auch Andrea und Walter wieder. Wir nisten uns auf dem Campingplatz auf der anderen Seite des Yukon Rivers ein. Diesen erreicht mn nur mit der Fähre, die aber immer nach Bedarf fährt.

Einem gemeinsamen Grillabend folgt anschließend noch der Besuch des Spielcasinos und der Show in der Diamond Tooth Gerties Gambling Hall. Man kann Roulette, Poker oder Black Jack spielen. Doch das gibt unsere Reisekasse nicht her und so sehen wir lieber bei einem schalen Canadabier der Can-Can-show zu. Das Abiente ist einzigartig und Sohn M. amüsiert sich köstlich.

Am nächsten Morgen, Andrea und Walter ziehen bereits weiter, machen wir noch einen netten Spaziergang durch Dawson, schauen uns die renovierten Häuser an, auch die nicht renovierten, und hängen mittags am CP ab.

 

 

 

 

Die US-Amerikaner

Zugegeben, viele von uns Deutschen haben ja gegenüber den US-Amerikanern ein paar Vorurteile. Was wird alles erzählt: zu fett, immer bewaffnet, uninteressiert gegenüber dem Rest der Welt, schlechte Autos, gefährliche Gegend u.s.w.

Aber was haben wir bisher hier erfahren:

Die Menschen: Immer außerordentlich freundlich und höflich und außerordentlich korrekt. Wir werden oft angesprochen, wegen Olli, und immer ist man interessiert wo wir herkommen und was wir vorhaben. Fast alle haben irgendwelche Beziehungen zu Deutschland.

Man entschuldigt sich, wenn man jemandem im Weg steht, aber der Hammer war letztens im Supermarkt. Es ist eine Kasse offen und es hat sich eine kleine Schlange gebildet, ich bin der zweite und bin fast an der Reihe als eine weitere Kasse öffnet. Wie wäre das in Deutschland, z.B. beim Aldi? Na, ihr wisst schon, Sturm auf die Kasse. Wie ist es hier: Man erklärt mir, dass ich an der Reihe bin und an die andere Kasse gehen soll. So geht das! Selbstverständlich kein Stress an der Kasse, die Kassiererin packt einem die Sachen in Tüten, läuft aus der Kasse raus und packt alles in den Einkaufswagen. So geht das!

Straßenverkehr: Das in Deutschland auf den Straßen Krieg herrscht hatte ich ja schon gewusst, aber ich hatte keine Vorstellungen wie entspannt es hier ist. Autofahrer nehmen absolut Rücksicht auf einander. Es wird miteinander, nicht gegeneinander gefahren.

Einige Beispiele: In manchen Staaten darf man trotz roter Ampel rechts abbiegen. Da wir nicht wissen in welchen, halten wir prinzipiell immer mit gesetztem Blinker. Da wird hinten aber nicht gehupt, überhaupt hupt hier niemand. Nein, man wartet einfach bis wir fahren.

Oft gibt es Kreuzungen wo an jeder Seite ein Stop-Schild steht, also 4 Stopschilder. Fahren darf wer zuerst dort war, dann der nächste u.s.w. Was würde das in Deutschland geben?! Hier funktioniert das, völlig stressfrei.

Auf Landstraßen, wo wir nicht die schnellsten sind, wird mindestens 100m Abstand gehalten und erst überholt wenn es auch erlaubt ist. Auf 8000km wurden wir nur wenige Male bei durchgezogener Linie überholt.

Einkaufen: Was muss man alles hören oder lesen… Nein, auch einkaufen ist unproblematisch, im Walmart gibt es Gemüse und Obst, Käse und Wurst. Sicher, einige Sachen vermissen wir, vor allem anständiges Brot. Aber manchmal findet man eines das man so halbwegs durchgehen lassen kann. Auch Wurstaufschnitt in unserem Sinn gibt es fast nicht. Dafür ist Käse und Streichkäse kein Problem. Allerdings hat der Käse ein anderes Aroma, also fast keines ;-). Fleisch ist meist sehr billig und von hervorragender Qualität. Bier ist sau teuer aber man kann es trinken. Gemüse ist ebenfalls sauteuer, kommt eben aus dem Süden und das ist hier weiter als Deutschland – Spanien.

Campingsituation: Heißt es doch dass die USA das Camperland schlechthin sei. Kann schon sein, im Sinne der Amerikaner, die immer auf einen RV-Camping gehen. Müssen sie ja auch mit ihren Dickschiffen. Ein kleines Wohnmobil ist 10m lang, ein großes mindestens 15m, dahinter zieht man dann noch einen Jeep und vielleicht ganz hinten noch ein Boot.

Aber für uns Wildcamper ist es manchmal ganz schön schwer einen Stellplatz zu finden. Zwar darf man in den National Forrest überall frei stehen, aber es gibt nicht überall einen National Forest. Dann wird es schwierig, oft fahren wir 50-70 Meilen, links und rechts gehen immer kleine Straßen ab, aber alles ist privat. Überall wohnt jemand. Die Landschaft ist total zersiedelt. Kleine Campingplätze bieten immer nur ein Plumpsklo und keine Dusche und kosten mindestens 12$, manchmal 18$. Wir hoffen weiter im Norden und später im Süden wird es besser.

So weit mal, wird bei Gelegenheit aktualisiert.